Titel
Il disciplinamento delle utilizzazioni accessorie
Paralleltitel
Die Regelung der schädlichen Nebennutzungen
Verfasser
Erscheinungsort
Zürich
Verlag
Erscheinungsjahr
1965
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
629
Datensatznummer
200150843
Quelle
Abstract
Infolge des raschen Wechsels der Umwelts- und Wirtschaftsbedingungen von Ort zu Ort ist die Regelung der für den Wald schädlichen landwirtschaftlichen Nutzungen nicht überall auf einen Nenner zu bringen. Allgemein gültige Regeln hierüber aufzustellen, fällt daher schwer. Grundsätzlich muß aber festgehalten werden, daß wirklich befriedigende Lösungen allein durch gemeinsame Anstrengungen der Forst- und Landwirtschaft erzielt werden können. Um die Mitarbeit der Landwirtschaft auf diesem heiklen Gebiet zu gewinnen, müssen aber die notwendigen psychologischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen geschaffen werden. Es braucht hier sicher nicht betont zu werden, daß sich weder das Wald/Weide- noch das Waldstreueproblem einfach durch Verbote lösen läßt. Die Regelung oder Ausschaltung der Nebennutzungen darf auch nicht als eine einseitige Maßnahme zugunsten des Waldes aufgefaßt werden, sondern sie soll der Land- und Alpwirtschaft mindestens ebensoviel nützen wie dem Wald selbst. Die sich in diesem Zusammenhang stellenden Aufgaben lassen sich gut am Beispiel der Wald/Weide-Ausscheidung erläutern. Sinn und Zweck dieses Unternehmens bestehen nicht in erster Linie darin, Zäune zu errichten, sondern im Bestreben, die Dynamik, welche die Beziehungen zwischen Wald und Weide beherrscht und Produktionsverluste sowie Gefahren aller Art verursacht, durch ein für beide Teile nutzbringendes, für die pflegliche Benutzung des Bodens notwendiges Gleichgewicht zu ersetzen. Die ausgeschiedene Weide muß durch geeignete Maßnahmen derart verbessert werden, daß sie dauernd mindestens soviel Futter produziert wie vor der Absonderung des Waldes insgesamt. Sie muß aber auch ständig vor Auspowerung und Verwilderung geschützt werden, um einem Vordringen des Waldes über die ihm gesetzten Grenzen hinaus vorzubeugen, damit das herbeigeführte Gleichgewicht nicht von neuem gestört wird. Für die Instandhaltung und Pflege der Weiden werden aber Mittel benötigt, die von der Landwirtschaft nicht immer und überall so ohne weiteres bereitgestellt werden können. Von forstlicher Seite muß daher auch dieser Aspekt des Problems gebührend berücksichtigt und nach Mitteln gesucht werden, um bei dessen Lösung behilflich zu sein. Eine damit zusammenhängende vordringliche forstpolitische Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, daß die Erträge des Waldes vermehrt und insbesondere systematischer als bisher für die Verbesserung und den Unterhalt der Weiden zur Verfügung gestellt werden. Überall dort, wo der öffentliche Wald regelmäßig gute Erträge abwirft, sollte er einen angemessenen Anteil für diesen Zweck bereitstellen. Das muß als notwendiger und gerechter Ausgleich für die, durch die angestrebte räumliche Entflechtung der beiden Bodenbenutzungsarten, der Landwirtschaft, mindestens vorübergehend, erwachsenden Nachteile aufgefaßt werden. Darüber hinaus würde dieser Beitrag dazu dienen, den Wald enger und nutzbringender mit der Gebirgswirtschaft, den heutigen Verhältnissen und Bedürfnissen entsprechend, zu verbinden. In Ermangelung von einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen kann dies zu einem guten Teil durch geeignete Vorschriften in den Wirtschaftsplänen erreicht werden.