Titel
Wie reagieren häufige Flachmoorarten auf Nutzungsänderungen? : Eine Fallstudie aus den Schweizer Voralpen
Verfasser
Erscheinungsort
München
Verlag
Erscheinungsjahr
2007
Illustrationen
5 Abb., 30 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
6322
Datensatznummer
200145566
Quelle
Abstract
Neben der Melioration werden bestehende Flachmoore primär durch die Nutzungsaufgabe und die Fragmentierung der verbleibenden (Rest-)Habitate bedroht. Im Rahmen eines 4-jährigen Forschungsprogramms wurde untersucht, welche Auswirkungen diese Nutzungsänderungen auf häufige und charakteristische Pflanzenarten von montanen Kalkflachmooren in den Schweizer Voralpen haben. Auf kleinen oder isolierten Streuwiesen waren Populationsstruktur, Wachstum sowie genetische Variabilität von Carex davalliana (Davalls Segge), Succisa pratensis (Teufelsabbiß) und von der ehemals häufigen Swertia perennis (Blauer Sumpfstern, Moorenzian) deutlich beeinträchtigt. Hingegen konnten auf bis zu vierzigjährigen unbewaldeten Brachen weder bei Carex, Succisa, noch bei Tofieldia calyculata (Gewöhnliche Simsenlilie) irreversible Veränderungen der Populationsstruktur und des Wachstums festgestellt werden. Auch die genetische Struktur der Populationen blieb gegenüber dauerhaft bewirtschafteten Flächen unverändert. Somit sind dieAuswirkungen der Nutzungsaufgabe aufgrund der Anhäufung von Streu und der Etablierung von Holzpflanzen zwar optisch stark sichtbar, aber durchaus reversibel, während die Habitatfragmentierung auf der Fläche kaum wahrnehmbar ist, aber langfristig dramatische Auswirkungen für kleine, isolierte Flachmoore haben kann. Aus Sicht des Naturschutzes sollte daher der schleichenden Verinselung von Flachmooren besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.