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  • Titel
    Naturschutzfachliche Erhebungen zum Sandabbau am Wachberg bei Melk (Niederösterreich), Flora und Vegetation
  • Paralleltitel
    Conservation biological survey on the exploitation of sand on Wachberg near Melk (Lower Austria), flora and Vegetation
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    St. Pölten
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2007
  • Illustrationen
    8 Abb., 1 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    13378
  • Datensatznummer
    200144288
  • Quelle
  • Abstract
    Mit dem Sandabbau am Wachberg bei Melk (Niederösterreich) wird auch in Zukunft naturnaher Lebensraum unwiederbringlich verschwinden. Um naturschutzfachliche Argumente in die weitere Abbauplanung einfließen zu lassen wurde mit der vorliegenden Arbeit die aktuelle naturräumliche Situation beschrieben und auf die Flora und Vegetation eingegangen. Im Untersuchungsgebiet konnten an naturnahen Vegetationseinheiten artenreiche subkontinentale Halbtrockenrasen aus dem Verband Cirsio-Brachypodion pinnati, sehr kleinflächige heidekrautreiche Silikat-Schwingel-Trockenrasen (Carici humilis-Callunetum) und Sandrasen (Koelerio-Corynephoretea), subkontinentale bodensaure Eichenmischwälder der Ordnung Genisto germanicae-Quercion sowie der subozeanische Eichen-Hainbuchenwald (Gallo sylvatici-Carpinetum) beschrieben werden. Die Vegetation der Sandgruben reicht von lückigen Ruderalfluren mit Pionierpflanzen über kleinflächige Trocken- und Halbtrockenrasen (Festuco-Brometea) bzw. Sandrasen (Koelerio-Corynephoretea) bis hin zum geschlossenen Robinienhain. Bislang konnten im Untersuchungsgebiet 42 gefährdete Gefäßpflanzen erhoben werden. Davon sind 15 Arten österreichweit gefährdet. Ein Großteil davon ist auf den Trocken- und Halbtrockenrasen im südlichsten Teil des Wachberges zu finden. Besonderheiten sind etwa Schopf-Traubenhyazinthe (Muscari comosum), Ohrlöffel-Leimkraut (Silene otites), Ähren-Blauweiderich (Pseudolysimachion spicatum), Dillenius-Ehrenpreis (Veronica dillenii) und Duft-Skabiose (Scabiosa canescens). Im lichten Föhrenwald bei Schrattenbruck ist das letzte Vorkommen der Heide-Segge (Carex ericetorum) im Bezirk Melk. Aus naturschutzfachlicher Sicht sind die wertvollen Trocken- und Halbtrockenrasen, Sandrasen, der bodensaure Eichenwald mit Rotföhren sowie der wüchsigere Eichen-Hainbuchenwald unbedingt zu erhalten. Der weitere Sandabbau sollte generell hin zu den großflächigen Fichten- und Föhrenforsten durchgeführt werden.