Titel
Steppen, Trockenrasen und Wälder des pannonischen Raumes : Zugleich Versuch einer Neufassung der Ösmatra-Theorie als Waldsteppentheorie
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1954
Illustrationen
54 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4513
Datensatznummer
200142761
Quelle
Abstract
Die vorliegenden Untersuchungen nahmen ihren Ausgang vom westlichsten Teil des pannonischen Raumes, vom Alpen-Ostrand und dem österreichischen Anteil an der ungarischen Pußta im Burgenland. So haben sie vorerst auch nur für diesen Bereich Gültigkeit. Grundsätzlich scheinen aber auch im weiteren pannonischen Raume keine wesentlich neuen Elemente hinzuzukommen: die Namen wechseln, wohl auch die Zusammensetzung und der Artenreichtum einzelner Gesellschaften, doch treten keine grundsätzlich neuen Erscheinungen mehr hinzu (mit einziger Ausnahme des Stipetum Lessingianae Siebenbürgens). Rahmen und anderer Ausgangspunkt dieser Betrachtungen war die klassisehe Ösmátra-Theorie von Borbas, deren offene Probleme aufgezeigt und auf Grund exakter soziologischer Beweisführung teilweise zu beantworten versucht wurden. Wieweit dies gelang, mögen Berufene beurteilen. Vorerst war es erforderlich, mit einer Klärung der mitteleuropäischen Trockenrasen die Materialien zu ordnen, mit denen die Theorie zu arbeiten hatte. Eingehender wurde die Struktur des Astragalo-Stipetum, des Festucetum pseudovinae s. l. und der Waldsteppe untersucht, wobei auf die diesbezüglichen Abschnitte im Text verwiesen wird. Weiters wurden die pannonischen Trockenrasen nach ihrer Differenzierung in „Hügel- und Ebenensteppen" aufgegliedert. Eine exakte Trennung zwischen primären und sekundären Gesellschaften innerhalb der Trockenrasen ermöglichte die soziologische Präzisierung der Ursteppe, der wärmezeitlichen Refugien und der Kultursteppe. Schließlich wurden die pannonischen Trockenrasen im Hinblick auf ihre Natur als extrazonale Exklaven der Steppengürtel des südlichen Rußlands behandelt. In Anwendung dieser Aufgliederung auf die Ösmátra-Theorie selbst wurde angesichts der Unterschiedlichkeit von Kälte- und Wärmesteppen die Annahme emer klimatischen Ursteppe in der Frühen Wärmezeit als unwahrscheinlich erkannt und statt dessen in der Waldsteppe die letzte ursprüngliche Steppenvegetation des ungarischen Tieflandes, also die „Ursteppe" im Sinne der Ösmátra-Theorie, erblickt, bzw. bestätigt gefunden. An lokalklimatisch besonders bevorzugten Standorten aber wurden auch die südlicheren Rasensteppen in den mitteleuropäischen Sograum nachgezogen. In Verbindung mit den sich daraus ergebenden Problemen wurde schließlieh die Möglichkeit einer edaphisch-klimatischen Korrespondenz (zwischen edaphischen Exklaven und Klimaxzonen) und einer raum-zeitlichen Relation (zwischen heutigen östlich-kontinentalen Steppenzonen und dem nacheiszeitliehen Vegetationsablauf in der Vergangenheit) untersucht. Manche Fragen mußten unbeantwortet bleiben, wie ein Vergleich mit den eingangs aufgeworfenen Problemen zeigt. Vor allem mußte die arealkundliche Behandlung des ganzen Problemkreises ausgeschieden werden. So mögen diese Untersuchungen aber im besonderen die Bedeutung exakter soziologischer Untersuchungen für vegetationsgeschichtliche Fragen an einem konkreten Beispiel erweisen.