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  • Titel
    Studien über die Vielfärbigkeit von Schwarzkiefernsamenkörnern
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1914
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    627
  • Datensatznummer
    200141478
  • Quelle
  • Abstract
    Ausgehend von den Extremen schwarz und weiß in der Vielfarbigkeit des Schwarzkiefernsamens wurde der Versuch begonnen, eine hellsamige und eine dunkelsamige Form der Schwarzföhre nachzuweisen. Hierbei wurden Individuen, welche mischfarbige Körner erzeugen, als Kreuzungsprodukte der nachzuweisenden beiden Stammformen betrachtet. Die bisherigen Untersuchungen ergaben Resultate: 1. Der Prozentanteil ganz heller Körner war in der aus dem nördlicheren Erntegebiete (Niederösterreich) stammendes Samenprobe mehr als doppelt so groß (10'56%) als die Zahl ganz heller Körner in der südlicher (Dalmatien) geernteten Samenprobe (5'12%). 2. Das Tausendkorngewicht ganz heller - dabei aber vollkörniger - Samen blieb durchwegs hinter jenem ganz dunklen Saatgutes (um durchschnittlich 17%) zurück. Helle Körner erwiesen sich spezifisch leichter als dunkle. Bei längeren Aufbewahrung unter vollends gleichen Verhältnissen nahm das Tausendkorngewicht hellfarbigen Samens rascher ab als jenes dunkler Körner. 3. Im frischen Zustande keimte helles Saatgut unter farblosen, gelben und schwarzen Glocken langsamer als dunkler Same. Im blauen Lichte hingegen ergab sich kein besonderer Unterschied zwischen den dunkel- und hellfarbigen Körnern. Nach etwa einjähriger Lagerung bei Zimmertemperatur. Licht- und Luftzutritt keimte der helle Same im blauen Lichte auffällig rascher als der dunkle. Unter gelben und farblosen Glocken verlief die Keimung beider Kornkategorien ungefähr im selben Tempo und nur bei Lichtabschluß vermochten dunkle Körner die hellen in der Keimung zu überholen. Das sub 3 geschilderte Verhalten dunkler und heller Körner im Keimapparat, in welchem den beiden Kornkategorien vollends gleiche Keimbedingungen geboten wurden (jeder Keimlappen war zur Hälfte mit hellsamigen, zur Hälfte mit dunkelsamigen Saatgute beschickt), gestattet im Verein mit den durchaus gleichartigen Verhältnissen der Samenaufbewahrung den sicheren Schluß, daß helle Körner langsamer nachreifen als dunkle. Bei Zimmertemperatur, Licht- und Luftzutritt dauert es etwa 1 Jahr, bis helle Körner vollends nachgereift sind. Eine zwanglose Erklärung der Rückwirkungen diffusen Tagelichtes, gelber und blauer Strahlen, sowie der Lichtintensität Null auf den Gang der Keimung hell- und dunkelgefärbter Schwarzkiefernkörner, ferner des Umstandes, daß der Prozentanteil ganz heller Körner in Samenproben aus nördlicheren Erntegebieten größer ist als in südlicher geerntetem Schwarzföhrensaatgut, bietet die vorläufige Hypothese, daß die helle Samenkornfarbe eine Anpassung an die Lichtverhältnisse im Bestandesschatten und in nördlicheren Breiten, die dunkle Samenkornfarbe hingegen eine Anpassung an die Lichtverhältnisse auf freier sonniger Fläche und in südlicheren Gebieten darstelle. Es soll die Aufgabe weiterer - zum Teil schon eingeleiteter - Untersuchungen sein, diese Hypothese zu erhärten.