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  • Titel
    Totholzmanagement in Buchenwäldern
  • Paralleltitel
    Management of deadwood in beech forests
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Trippstadt
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2006
  • Illustrationen
    8 Abb., 22 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    12142
  • Datensatznummer
    200135487
  • Quelle
  • Abstract
    Die Notwendigkeit eines Totholzmanagements in Buchenwäldern ergibt sich aus dem Zielkonflikt von Natur- und Waldschutz. Die Totholzanteile im Wirtschaftswald sollen zum Schutz seltener Arten erhöht und kontinuierlich erhalten bleiben, gleichzeitig gefährden Insekten aus der Gilde der frischholzbesiedelnden Arten (BAWBILT) die Bestände bei Massenvermehrungen. Das regelmäßige Belassen von frischem stehenden und liegenden Totholz liefert bruttaugliches Material und könnte Massenvermehrungen von potentiell primären Schädlingen fördern. Der Befall vital erscheinender Buchen durch den Laubnutzholzborkenkäfer Trypodendron domesticum L. in den Jahren 2001 und 2002 verdeutlicht die Bedeutung dieser Problematik. Anhand von Lagerungsversuchen und flächigen Totholzaufnahmen wurde im Zeitraum 2003 bis 2005 die Besiedlung von Totholz mit Frischholzinsekten in verschiedenen Beständen untersucht. Das Totholz wurde entsprechend dem Zersetzungsfortschritt in vier Zersetzungsgrade unterteilt. Frisches Totholz des Zersetzungsgrades Z°1 wird von vergleichsweise wenigen potentiell primären Arten besiedelt. Am liegenden Stammholz traten während des Beobachtungszeitraumes im Wesentlichen nur Taphrorychus bicolor als Rindenbrüter und Hylecoetus dermestoides und Trypodendron domesticum als Holzbrüter auf, daneben fanden sich im geringeren Umfang auch Ernoporus fagi, Trypodendron signatum, Xyleborus dispar und Agrilus viridis. Ein Zusammenhang zwischen der Lagerungsdauer und dem Befall des Lagerholzes mit Frischholzinsekten, insbesondere mit Trypodendron domesticum, konnte nicht nachgewiesen werden. Stöcke und Stämme können vielmehr über mehrere Jahre als Brutraum genutzt werden. Es bildet sich ein einzelbaumspezifisches Besiedlungsmuster aus, das dem jeweiligen Austrocknungsgradienten folgt. Die Besiedlung beginnt jeweils in Bereichen an den Schnittflächen bzw. Rindenverletzungen. Der Vorrat an Holz des Zersetzungsgrades Z°1 kann daher nicht in seiner Gesamtheit als Brutraum genutzt werden. Dementsprechend konnte im Rahmen der flächigen Totholzaufnahmen kein linearer Zusammenhang zwischen dem aktuellen Totholzvorrat und der Populationsdichte von Trypodendron domesticum festgestellt werden.