Titel
Strategie der olfaktorischen Wirtsfindung von Trypodendron domesticum L.
Paralleltitel
Strategy of olfactoric host finding of the xylomycetophagous beetle Trypodendron domesticum L.
Verfasser
Erscheinungsort
Trippstadt
Verlag
Erscheinungsjahr
2006
Illustrationen
8 Abb., 16 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
12142
Datensatznummer
200135470
Quelle
Abstract
Beginnend im Jahr 2000 konnte die in diesem Band ausführlich beschriebene, neuartige Variante der Buchenkomplexkrankheit in Beständen der Rotbuche (Fagus sylvatica) in Mittelgebirgsregionen beobachtet werden. Gesunde, hiebsreife Buchen wurden von dem bis dahin als klassisches Totholzinsekt zu bezeichnenden Buchennutzholzborkenkäfer (Trypodendron domesticum, L. syn. Xyloterus domesticus, Coleoptera, Scolytidae) befallen und starben vielfach ab. Oft konnten keinerlei Vorschädigungen beobachtet werden. Neben dem Interesse an dieser Art als Lagerholzschädling, gab dies Anlass zu einer chemoökologischen Studie des Wirtswahlverhaltens, das bereits bestehende Untersuchungen (Byers, 1992; Kerck, 1976; Klimetzek, 1984) mit den aktuellen Ereignissen verknüpft. Die Duftbouquets verschiedener Holzalterungsstadien unterschiedlicher Attraktivität an gefällten Buchen wurden chemisch analysiert und charakterisiert. Gleichzeitig wurde ihre Wahrnehmbarkeit durch die Insektenantenne untersucht. Mit einem gekoppelten gaschromatographischen und elektroantennographischen Aufbau (GC-MS/EAD) fanden sich Hinweise auf 12 elektrophysiologisch aktive Substanzen, von denen 9 identifiziert werden konnten. Die identifizierten Duftstoffe sind verzweigte Alkohole, Aldehyde und Phenole. In chemometrischen Analysen zur Buchenkomplexkrankheit in einem Paarvergleich an stehenden, befallenen und unbefallenen Bäumen fand sich nur eine der Substanzen (Nonanal) wieder. Die Ähnlichkeiten und Unterschiede im Duftmuster stehender sowie gefällter Buchen und sich daraus ergebende Ableitungen für das Wirtswahlverhalten werden diskutiert und mit den weiteren Untersuchungen z.B. zur Rindenmorphologie in Beziehung gesetzt.