Titel
Frostmusterböden in Österreich
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
2006
Material
Artikel aus einem BuchUnselbständiges Werk
Standardsignatur
15390
Datensatznummer
200130618
Quelle
Abstract
In den Jahren 2003 - 2005 wurden im Tennengebirge im Bereich Werfen/Werfenweg (Land Salzburg) in einer Höhenlage von 2.200 - 2.400 m, oberhalb der Waldgrenze, Froststrukturböden auf onkoidführenden Dachsteinkalk der Oberen Trias (Nor-Rhät) untersucht. Diese bestehen aus bis zu 10 cm mächtigen Felshumusauflagen, zwischen denen regelmäßigverteilter Kalkschutt als Streifen von 15 - 25 cm Breite, teilweise auch als unregelmäßige Polygone auftreten. Der Feinboden (Felsauflagehumus) ist schwach karbonathältig mit einem pH von ca. 7,2 und enthält neben mehr als 30% Humus ca. 30-40% Mineralsubstanz, die als mineralischer Rückstand im Wesentlichen aus Staubeinwehungen stammen dürfte. Die Entstehung dieser Bodenformen ist durch Frosteinwirkung zu erklären, bei der es durch Unterschiede in der Temperatur- und Wärmeleitfähigkeit zwischen Feinboden und Kalkschutt zu unterschiedlichen Hebungs- und Verlagerungsprozessen kommt, die zusätzlich innerhalb der Steinstreifen bzw. Steinpolygone zu einer Trennung von Grob- und Feinschutt geführt haben. Daher wird für die ÖBG-Systematik ein neuer Bodentyp mit der Bezeichnung "Froststruktur-Fels-Auflagehumusboden" (FRA) vorgeschlagen.