Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Langfristiges Monitoring von Wasser- und Stoffflüssen in bewaldeten Einzugsgebieten Bayerns
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Freiburg im Breisgau
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2005
  • Illustrationen
    8 Abb., 38 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    14013
  • Datensatznummer
    200127956
  • Quelle
  • Abstract
    In Bayern werden sowohl von der Forstverwaltung als auch von der Wasserwirtschaftsverwaltung Messnetze zur intensiven Umweltbeobachtung an repräsentativen Waldstandorten in enger Kooperation durchgeführt. Sie dienen der Forstwirtschaft in erster Linie zur Charakterisierung des Zustandes der bayerischen Wälder und deren Veränderungen unter sich wandelnden Umweltbedingungen. Der Schutz der Gewässer und die Daseinsvorsorge für den Bereich Trinkwasserversorgung ist ein wesentlicher Aspekt für die Wasserwirtschaft. Ein für den Wald und die Gewässer gleichermaßen wichtiger Schwerpunkt ist die Wirkungskontrolle von Luftreinhaltemaßnahmen. So konnten Erfolge der Entschwefelungsmaßnahmen als Rückgang der Versauerung in den Gewässern dokumentiert werden. Ebenso werden die Auswirkungen von anhaltend hohen atmosphärischen Stickstoffbelastungen registriert. Weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Stickstoffemissionen aus Landwirtschaft und Verkehr sind erforderlich, um langfristig die Stabilität der Waldökosysteme sicherzustellen udn eine weitere Versauerung der Waldböden sowie ein Voranschreiten der Eutrophierung unserer Waldgewässer zu vermeiden. Dabei ist auf den Schutz des Grundwasser zu achten, da es auf den Rückgang einer flächenhaften Belastung häufig träge und langfristig reagiert. Wichtig sind in diesem Zusammenhang auch Kenntnisse über mögliche Auswirkungen der Bestandesstruktur auf den Stoffeintrag in die Gewässer. So wurde der mindernde Einfluss von Laubholzbeständen auf den Nitrataustrag für verschiedenen Standorte nachgewiesen. Besonders drastisch kann sich der Wasser- und Stoffhaushalt bei komplettem Verlust des herrschenden Baumbestands durch großflächige Störungen ändern. Zusammenhänge zwischen Wald und Wasser sind vielfach beschrieben. Sie sind nicht statisch, sondern ständiger Veränderung durch natürliche Prozesse, Bewirtschaftungseingriffe sowie direkte und indirekte anthropogene Schädigung unterworfen. Vor diesem Hintergrund müssen Umweltbelastungen in Waldgebieten als ein gemeinsames Problem für Forst- und Wasserwirtschaft gesehen werden. Der bis jetzt überwiegend gute bis sehr gute Zustand der oberirdischen Gewässer und des Grundwassers im Wald muss im Interesse des Gesamtnutzens für die Gesellschaft dringend erhalten werden. Daher sind die beiden Fachbereiche mit ihrem Wissen über Wasser- und Stoffflüsse in Wäldern eng miteinander verbunden. In Bayern wurden verschiedene Schritte für eine engere Zusammenarbeit der Forst- und Wasserwirtschaftsverwaltung bei der Umweltbeobachtung unternommen. Darüber hinaus gibt es weitere Bestrebungen, die Kooperation und Harmonisierung der diversen Umweltmessprogramme im Rahmen der bayerischen Umwelt- und Forstverwaltung weiter voran zu treiben (LFW 2005). Umweltmonitoring im Wald ist so lange notwendig wie die Fachbehörden sich für die Waldökosysteme und ihre Gewässer als Ressource und natürliche Lebensgrundlage verantwortlich fühlen. Es ist andererseits nur solange möglich, wie die Fachbehörden diese Notwendigkeit vermitteln können und der Staat sich dies leisten will und kann.