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  • Titel
    Geomorphologie, Ökologie und nachhaltiges Management einer Wildflusslandschaft am Beispiel des Fiume Tagliamento (Friaul, Italien) - ein Modellökosystem für den Alpenraum und ein Testfall für die EU-Wasserrahmenrichtlinie
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    München
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2005
  • Illustrationen
    9 Abb., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    6322
  • Datensatznummer
    200127177
  • Quelle
  • Abstract
    Bereits auf Satellitenaufnahmen Mitteleuropas erkennt man das ausgedehnte Schotterband des Tagliamento, und man erahnt dessen zentrale Rolle als Vernetzungskorridor zwischen Alpen- und Mittelmeerraum. Der Tagliamento ist der letzte Alpenfluss, der heutzutage noch jene Eigenschaften aufweist, die ursprünglich für die Flüsse im Alpenraum charaktergebend waren: ein ausgedehntes Schotterbett mit verzweigten Gerinnen, ein mächtiger alluvialer Grundwasserkörper, massenhaft Totholz und Inselbildungen in allen Entwicklungsstadien. Am Tagliamento kann man buchstäblich zum Zeugen einer dynamischen Landschaftsentwicklung werden. Bei jedem Hochwasser verändert sich die Gestalt des Flussbettes; Inseln, Tümpel und freie Schotterflächen werden neu geschaffen. Es entsteht ein komplexes Mosaik an Lebensräumen, welches erst die grosse Vielfalt aquatischer, amphibischer und terrestrischer Organismen, die natürliche Flüsse kennzeichnen, ermöglicht. Es steht ausser Frage: der Tagliamento ist ein wesentliches Referenz- und Modellökosystem für den gesamten Alpenraum. An ihm lässt sich noch erkennen, wie die meisten Alpenflüsse vor etwa 100 bis 150 Jahren ausgesehen haben. Diese einmalige Umwandlung ist aber durch überdimensionierte Hochwasserschutzmassnahmen und durch die fortschreitende Umwandlung von Natur- in Industrieland gefährdet. Am Tagliamento wird sich weisen, wie ernst es mit nachhaltigem Alpen- und Gewässerschutz in Europa steht.