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  • Titel
    Rauschgebremst
  • Titelphrase
    Leitbachen: Viel beschrieben - kaum erforscht!
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    München
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2005
  • Illustrationen
    Literaturangaben als Word-Beilage
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Digitales Dokument
  • Standardsignatur
    5367
  • Datensatznummer
    200125447
  • Quelle
  • Abstract
    Wenn auch nur zum Teil der umfangreichen Schwarzwildliteratur berücksichtigt werden konnte, so ergeben sich schon aufgrund der hier diskutierten wissenschaftlichen Befunde Widersprüche zum gängigen "Leitbachenparadigma". Das Wildschwein nutzt als r-Stratege günstige Lebensumstände optimal aus, indem es durch einen hohen Anteil reproduzierender Frischlingsbachen seine Reproduktionsrate innerhalb kurzer Zeit um ein Vielfaches steigert. Es finden sich keine Belege, dass die An- oder Abwesenheit einer Leitbache hierauf einen wesentlichen Einfluss hat. In diesem Sinne erscheint die pauschale Ansicht, dass das Vorhandensein von den Lebensbedingungen zu einer Drosselung der Reproduktionsleistung führt, den vermutlich komplexen ökoethologischen Zusammenhängen in einer Wildschweinpopulation nicht gerecht zu werden. Die vielen widersprüchlichen Angaben in der Literatur und ein Fehlen genauer wissenschaftlicher Belege zeigen, dass hier in jedem Fall Forschungsbedarf besteht. Es ist allerdings zu vermuten, dass eine aktive Reproduktionsunterdrückung durch Leitbachen, sollten sie existieren, vornehmlich in Zeiten begrenzter Ressourcen auftritt - eine Situtation, die derzeit in Mitteleuropa nur noch selten vorliegt und wenn, durch das Zufüttern wieder abgepuffert wird. In diesem Sinne läge eine wesentlich größere Bremswirkung auf die Reproduktion beispielsweise in einer sachgerechten Einschränkung der Kirrungszahlen und Kirrmengen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Die hier vorliegende Analyse aus Forschungsergebnissen der Schwarzwildbiologie zielt ganz und gar nicht darauf ab, regellos dominante Bachen zu erlegen. Vielmehr versteht sie sich als Beitrag dazu, in der Diskussion um die Leitbache den selbstkritischen Blick auf viele "Lehrmeinungen" nicht aus dem Auge zu verlieren.