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  • Titel
    Initiale Effekte nach Kompostausbringung beim Waldumbau
  • Paralleltitel
    Initial Effects after Compost Applications during Forest Conversion
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Alfeld
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2005
  • Illustrationen
    6 Abb., 42 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2754
  • Datensatznummer
    200121101
  • Quelle
  • Abstract
    Im Oktober 1998 trat die Bioabfallverordnung (BioAbfV) in Kraft, nach der es im begründeten Ausnahmefall zulässig ist, Kompost auf forstlich genutzten Flächen anzubringen. Bisher fehlen jedoch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Ausarbeitung von Handlungsanweisungen für behördliche Genehmigungen. Daher wurden an zwei typischen und unterschiedlich durch die atmosphärische Deposition belasteten Waldstandorten in Sachsen (pleistozänes Flachland, Standort Laußnitz, 95-jährige Kiefer; Erzgebirge, Standort Olbernhau, 112jährige Fichte) Feldversuche angelegt, um den gezielten Einsatz von Komost in Wäldern zu untersuchen. Die Versuche orientieren sich an den Maßnahmen zum Waldumbau (Unterbau von Nadelholzreinbeständen mit Buche). Ausgebracht wurde der Kompost nur partiell (streifenweise) und in den Varianten mit und ohne Kalkzugabe. Angepflanzt wurden 4-jährige buchensetzlinge. Dazu wurde zunächst das Kompost-/Kalkmaterial mittels Lochbohr-Verfahren platzweise bis in 40 cm Bodentiefe eingearbeitet. Vergleichend wurde eine Bodenbearbeitung mit und ohne Kalkung zur Pflanzplatzvorbereitung durchgeführt. Die vorliegende Auswertung befasst sich i) mit dem Anwuchserfolg und dem Ernährungszustand der Buchensetzlinge, ii) mit der initialen Sickerwasserbelastung durch Nitrat, Schwermetalle und andere Salze sowie iii) mit den veränderten Elementgehalten in der Bodenfestphase nach den Meliorationsmaßnahmen. 17 Monate nach den Neuanpflanzungen zeigten sich insgesamt keine signifikanten Beeinflussungen des Anwuchserfolges und des Höhenwachstums durch die Meliorationsmaßnahmen an beiden Standorten. Der alleinige Einsatz von Kompost führte nur teilweise (Standort Laußnitz) zur signifikanten Zunahme an Hauptnährelementen und Zn in den Blättern der Buchensetzlinge, die reine Kalkvariante erhöhte dagegen nur die Ca- und Mg-Gehalte. Bei der Variante Kompost+Kalkung reduzierten sich z.T. die N/Ca- und N/Mg-Verhältnisse, die K-Gehalte dagegen sanken. Für Cu, Pb und Cd zeigten sich an beiden Standorten keine Behandlungseffekte. Die Variante Kompost+Kalk zeigte an dem weniger N-belasteten Standort Laußnitz sowohl mit als auch ohne Bodenbearbeitung, nur eine geringfügige Überschreitung des mittleren Nitrat-Konzentrationsniveaus der Kontrollfläche. Bei der alleinigen Kompostapplikation wurden z.T. deutlich erhöhte mittlere Nitratkonzentrationen ermittelt. An dem deutlich N-gesättigten Standort Olbernhau wurde für die Variante Kompost+Kalk und ohne Bodenbearbeitung die höchste mittlere Nitratkonzentration in der Bodenlösung des Wurzelraums bestimmt. Eine zusätzliche Einarbeitung führte dagegen zur Reduktion der Nitratkonzentration um ca. 50 %. Die Analyse der flächenbezogenen Flussraten weist allerdings darauf hin, dass der Gesamt-N-Austrag insbesondere auf dem deutlich N-gesättigten Standorten in Olbernhau mehr durch die allgemeinen Bearbeitungsmaßnahmen (Durchforstung, Befahren, Lochbohrung) als durch die Kompost- bzw. Kompost+Kalkausbringung selbst beeinflusst wurde. Auch die initiale Freisetzung von basischen Kationen, NaCl und Schwermetallen konnte durch eine zusätzliche Bodenbearbeitung an beiden Standorten z.T. deutlich gemindert werden. Die Kompostausbringung mit Kalkung, aber ohne zusätzliche Bodenbearbeitung führte zum signifikanten Rückgang der C- und N-Gehalte in der organischen Auflage, die C/N-Verhältnisse dagegen blieben unverändert. Gleichzeitig wurden erhöhte Hauptnährelement-, aber z.T. auch erhöhte Cu-Gehalte ermittelt. Mit zusätzlicher Bodenbearbeitung erhöhte sich insbesondere bei der Variante Kompost+Kalk der Gehalt an Mg, Ca und Mn im neu gebildeten O/Ah-Mischhorizont.