Titel
Gegenwärtiger Stand der Gentechnik im Forst : Genetik im Wald
Verfasser
Erscheinungsort
Freising
Verlag
Erscheinungsjahr
2005
Illustrationen
4 Abb.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
13612
Datensatznummer
200120804
Quelle
Abstract
Laut der überwiegenden Meinung der Wissenschaftler ist der Einsatz transgener Bäume in der klassischen Forstwirtschaft nicht sinnvoll und in nächster Zeit auch nicht zu erwarten. Dazu sind die Ergebnisse der ökologischen Begleitforschung noch viel zu dürftig, die möglichen Gefahren und Risiken für das komplexe Ökosystem Wald sind nicht abzuschätzen, die notwendigen Prüfzeiträume zu lang und die Entwicklungskosten transgener Bäume zu hoch. Selbst aus dem Institut für Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung in Großhansdorf, das in Deutschland eine Führungsposition bei der Erforschung und Entwicklung transgener Bäume einnimmt, wird die Auffassung vertreten, dass in den Wald sicher kein gentechnisch veränderter Baum gelangen wird. Anders wird der Plantagenanbau von Gehölzen bewertet. Gentechnisch veränderte Bäume werden als Plantagenkulturen (z. B. Kurzumtriebsplantagen), zur Erzeugung von Spezialhölzern oder als nachwachsende Rohstoffe zunehmend Anwendung finden. Vor allem transgene Eukalyptusarten, Pappeln und Kiefern werden in der Plantagenwirtschaft eingesetzt werden. Aber auch hier warnen Fachleute davor, dass noch viele komplexe ökologische Fragen über eine zu intensivierende Sicherheitsforschung zu beantworten seien. Gerade in einer so dicht bevölkerten Region wie Mitteleuropa sind die natürlichen Barrieren und einzuhaltenden Sicherheitsabstände zum Schutz unserer natürlichen Waldökosysteme vor Fremdgenen kaum zu realisieren. Befürworter der Technik sehen in der Plantagenwirtschaft mit transgenen Bäumen einen Beitrag zur Bewahrung der natürlichen Ökosysteme, die dann nicht mehr so intensiv genutzt werden müssten. Inwieweit Gentechnik bei Waldbäumen angesichts der hohen Entwicklungskosten sich auch unter ökonomischen Gesichtspunkten lohnt, ist nicht bekannt. Kosten-Nutzen-Analysen stehen noch aus.