Titel
Die Buche (Fagus sylvatica L.) - ein Waldbaum ohne Zukunft im südlichen Mitteleuropa?
Paralleltitel
European beech (Fagus sylvatica L.) - a forest tree without future in the south of Central Europe? = Le hêtre (Fagus sylvatica L.): une essence sans avenir dans l'Europe Centrale méridionale?
Verfasser
Erscheinungsort
Frankfurt am Main
Verlag
Erscheinungsjahr
2004
Illustrationen
8 Abb., 1 Tab., zahlr. Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
621
Datensatznummer
200118985
Quelle
Abstract
Seit Beginn der Industrialisierung ist es global zu einer Zunahme der mittleren Temperatur in Bodennähe sowie zu einer Veränderung von Niederschlagssummen und Niederschlagsverteilung gekommen. Diese globale Klimaänderung hat sich in den letzten Jahrzehnten in besonderem Maße in den kontinentalen Gebieten der Nordhemisphäre ausgewirkt. Regionale Klimamodelle prognostizieren, dass sich diese Entwicklung in Süddeutschland besonders bemerkbar machen wird. Die Buche (Fagus sylvatica L.) als eine der wichtigsten Waldbaumarten in Süddeutschland ist vor allem von der veränderten Niederschlagsverteilung mit zunehmender Sommertrockenheit und zunehmender Staunässe aufgrund von Starkregenereignissen in Herbst und Frühjahr betroffen . Als Trockenstress- und Überflutungs-sensitive Baumart ist die Buche an Extremstandorten schon heute von reduziertem Wachstum und reduzierter Konkurrenzkraft vor allem auch der Naturverjüngung betroffen. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahrzehnten fortsetzen und wahrscheinlich verstärken. Die Konkurrenzkraft der Buche wird auch dadurch weiter reduziert, dass sie weniger als andere Baumarten von der zunehmenden atmosphärischen CO2-Konzentration profitiert. Im Widerspruch zu diesem naturwissenschaftlichen Befunden haben forstpolitische Entscheidungen zu einer einseitigen Förderung der Buche geführt. Die daraus resultierende derzeitige forstliche Praxis dürfte sich angesichts der Klimaprognose für Süddeutschland auf eine nachhaltige Waldentwicklung negativ auswirken. Der aktuelle Handlungs- und Forschungsbedarf wird diskutiert.