Titel
Trends in schweizerischen Abflussmessreihen
Verfasser
Erscheinungsjahr
2004
Illustrationen
9 Abb., 25 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer Zeitschrift
Standardsignatur
8070
Datensatznummer
200109093
Quelle
Abstract
Die mittleren täglichen Abflüsse jener schweizerischen Ablussmessstationen, deren Abflussregimes nicht durch wasserwirtschaftliche Massnahmen erheblich beeinflusst sind, wurden einer systematischen Trendanalyse unterzogen. Die in den Abflüssen festgestellten Trends wurden zum einen mit beobachteten Veränderungen des Niederschlags und der Temperatur verglichen, zum anderen mit Einzugsgebietscharakteristika in Beziehung gebracht. Die nach Jahreszeiten getrennt durchgeführten Analysen von Verschiebungen in den Verteilungen der Tagesabflüsse ergaben, dass sich das natürliche Abflussregime in der Schweiz seit 1961 merklich verändert hat. Dies liegt hauptsächlich an einem Anstieg des Jahresabflusses, der einerseits seinen Ursprung in einem Anstieg der Abflüsse im Winter und Frühling hat, insbesondere mit einem Anstieg der winterlichen Maximalabflüsse (an etwa 60-70 % der untersuchten Messtationen) und der mässigen bis niederen Abflüsse im Frühling. Ein eindeutiges räumliches Muster der Abflusstrends konnte nicht beobachtet werden. Veränderungen im Niederschlag und der Temperatur - besonders hervorzuheben ist eine generelle Erwärmung mit einem deutllchen Anstieg der Anzahl Tage, welche eine Minimaltemperatur oberhalb der 0°C-Grenze aufweisen - mögen in eine ursächliche Beziehung mit dem festgestellten Anstieg der Abflüsse im Winter und Frühling gebracht werden. Korrelationsanalysen deckten einen starken Zusammenhang und der mittleren Einzugsgebietshöhe, der Vergletscherung und dem Bedeckungsgrad mit Fels (positiv) und der mittleren Bodentiefe im Einzugsgebiet (negativ) auf. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass in Bezug auf Veränderungen des Abflussregimes alpine Einzugsgebiete am sensibelsten reagieren.