Titel
Untersuchungen zur Vegetations- und Siedlungsgeschichte im Großen und Kleinen Muhr an der Hornisgrinde (Nordschwarzwald)
Paralleltitel
Researches in the peat bogs "Große Muhr" and "Kleine Muhr" on the history of vegetation and settlement at the Hornigsgrinde (Northern Black Forest, SW Germany)
Verfasser
Erscheinungsort
Freiburg im Breisgau
Verlag
Erscheinungsjahr
2003
Illustrationen
16 Abb., 56 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer Zeitschrift
Standardsignatur
5235
Datensatznummer
200108077
Quelle
Abstract
Ein Bohrkern aus dem Großen Muhr (gm1) an der Hornisgrinde (Nordschwarzwald) wurde auf Pollen, Großreste und Geochemie (26 Parameter) untersucht, ein weiterer Kern aus dem Kleinen Muhr (gm2) nur auf Pollen und Großreste. Das Profil gm1 spiegelt die Entwicklung vom Buchen-Tannen-Wald über das Eichenmaximum im Mittelalter bis zu den neuzeitlichen Fichteforsten während der letzten 4000 Jahre wider, der Profilabschnitt gem2 nur etwa 2000 Jahre. Da im Bereich der Moore nie Landwirtschaft betrieben wurde, reflektieren die Siedlungsphasen im Pollendiagramm Geschehen in der Vorbergzone oder sogar der Rheinebene. Auffallend sind die hohen Werte des Humulus/Cannabis-Typs oder auch der Eiche. In den Großrestdiagrammen sind mehrere Brände durch Vorkommen von Holzkohle zu beobachten. Auch in der Chemie sind sie durch den Anstieg des Aschegehaltes und der relativ immobilen Elemente Silizium und Titan zu erkennen. Die Brände, die nach einer Eriophorum-Phase beginnen, beeinflussen auch die Sukzession der Torfmoose. Nach einem Brand kommen zuerst S. cuspidatum oder s. recurvum, die für feuchte und nährstoffreichere Standorte typisch sind. Erst danach folgen die Sektion Acutifolia und s. magellanicum. Es gibt Zusammenhänge zwischen der Elementverteilung im Profil und Großresten. Die Phase mit s. cuspidatum zeichnet sich durch niedrige Schwermetallgehalte aus. Maxima der Schwermetalle finden sich meist an den Stellen, wo Arten sich ablösen. Das Maximum in den obersten Zentimetern fällt mit dem Grundwasserstand zusammen. die gemeinsame Analyse von Pollen, Großresten und Geochemie ermöglicht weitgehende und besser abgesicherte Aussagen als die normalerweise allein angewendete Pollenanalyse.