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  • Titel
    Waldbauliche Trends der Zukunft - wie wird der Lebensraum für Schalenwild?
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2003
  • Illustrationen
    8 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer Zeitschrift
  • Standardsignatur
    13060
  • Datensatznummer
    200106196
  • Quelle
  • Abstract
    Die waldbaulichen Trends der Zukunft sind durch das Forstgesetz und durch internationale Vereinbarungen grundgelegt, die im Prozess der Europäischen Forstministerkonferenz entwickelt werden. Von der waldbaulichen Arbeit wird die nachhaltige Erfüllung umfassender Zielsetzungen erwartet. Nutzungsvielfalt des Waldes ist eine Herausforderung, die sowohl an den Waldbewirtschafter wie an den Jäger gerichtet ist. Die engen Zusammenhänge innerhalb von Waldökosystemen bringen es mit sich, dass Waldwirtschaft und Jagdwirtschaft ihre Zielsetzungen nicht unabhängig voneinander verfolgen können. Ebensowenig können beide ihre Probleme unabhängig voneinander lösen. Die Ausrichtung der Jagd wie auch der Waldbewirtschaftung an nur einem der Nachhaltigkeitskriterien - z.B. an der Erhaltung der produktiven Funktionen des Waldes oder an hoher Produktivität einzelner Wildarten - genügt nicht mehr und wird nicht mehr als nachhaltig gesehen. Eine Überprüfung und Weiterentwicklung bisheriger Nutzungspraktiken ist notwendig. Sowohl die steigenden Ansprüche an die Funktionen des Waldes als auch die laufenden Verbesserungen der Forsttechnik weisen auf eine weitere Zunahme von kleinflächiger Holznutzung gekoppelt mit natürlicher Waldverjüngung hin. Der Anteil von homogen aufgebauten Altersklassenwäldern dürfte zurückgehen. Analog dazu nehme ich an, dass mit einer zunehmenden Gliederung der Wälder zu rechnen ist und sich eine größere Vielzahl unterschiedlicher Waldstrukturen ausbilden wird. Dadurch würde der Lebensraum für Schalenwild vielfältiger und differenzierter. Die Wildschadensanfälligkeit des Waldes könnte gemildert werden. Für die Bejagung würde eine solche Entwicklung ein höheres Maß an Zeitauwand und jagdlichem Können erfordern. Nicht voraussehbar ist, in welchem Ausmaß Temperaturveränderungen, Stürme und andere Extremereignisse des Klimas die Waldstrukturen verändern werden. Setzt sich der europäische Weg weltweit durch, so werden wir im künftigen Wettbewerb einen Vorsprung im know how und in der technischen Bewältigung der anspruchsvollen Mehrzweckforstwirtschaft haben. Sollte sich die Plantagenforstwirtschaft durchsetzen, sind wir zumindest im Bereich der Alpen und der anderen europäischen Berggebeite forstwirtschaftlich aus dem Rennen. Am entscheidensten für die Zukunft von Wald und Wild in Österreich wird sein, wieviel Waldeigentümer und Jäger in Beachtung ökosystemarer Zusammenhänge gemeinsam umsetzen können.