Titel
Zur Ausbreitung der Großen Brennessel (Urtica dioica L.) in Buchenwäldern und den möglichen Ursachen
Paralleltitel
Spreading of Urtica dioica L. in Beech-forests and Possible Reasons
Verfasser
Erscheinungsjahr
1998
Illustrationen
15 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200102494
Quelle
Abstract
In den letzten Jahren gab es einige Berichte über Verjüngungsprobleme durch dichte Herden der Großen Brennessel (Urtica dioica L.), die sich in Laubwäldern auszubreiten scheint. Um die Frage zu klären, ob sich Urtica dioica tatsächlich in Buchenwäldern ausbreitet, wurde ein Fragebogen an alle Forstämter in Niedersachsen und im nordöstlichen Teil von Westfalen geschickt. 40% der befragten Forstämter meldeten insgesamt 122 dominante Urtica dioica-Bestände mit Flächengrößen zwischen 0,1 ha bis über 20 ha, die in zwei Gruppen eingeteilt werden können. Der größte Teil der älteren (über 15 Jahre) und größeren Bestände ist auf Kalkstandorten mit Lößüberlagerung zu finden. Die meisten dieser Flächen liegen im nordöstlichen Westfalen, wo hohe SO2-Depositionen eine oberflächliche Versauerung verursachten, wobei die Nährstoffversorgung auf diesen Flächen noch immer gut ist. Die andere Gruppe setzt sich aus Beständen auf basenarmen Standorten zusammen, die in den letzten Jahren gekalkt wurden. Diese Gruppe umfaßt ca. 80% der gemeldeten Flächen und hat in den letzten 10-15 Jahren stark zugenommen. Praktisch alle gemeldeten Urtica dioica-Bestände sind in alten Buchenwäldern (über 100 Jahre) mit lockerem Kronenschluß (0,7-0,8) auf sandig-lehmigen Böden zu finden. Eine Präferenz für eine bestimmte Exposition oder Hangneigung kann nur für die Bestände auf Kalkstandorten gefunden werden, die alle süd-westlich zur Hauptwindrichtung exponiert sind. Benachbarte Emissionsquellen (Massentierhaltung, Autobahnen usw.) scheinen nur in wenigen Fällen einen Einfluß zu haben. Inwieweit atmogene N-Depositionen eine Rolle spielen, kann aus den vorhandenen Daten nicht geklärt werden.