Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Bedeutung von Totholz für Morphologie, Besiedlung und Renaturierung mitteleuropäischer Fließgewässer
  • Paralleltitel
    The role of large woody debris in determining morphology and community composition of Central European streams and implications for stream renaturalization
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1997
  • Illustrationen
    41 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges WerkUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    8630
  • Datensatznummer
    200101565
  • Quelle
  • Abstract
    Die Menge und Verteilung von Totholz in mitteleuropäischen Gewässern und die Auswirkungen auf Morphologie und Besiedlung der Gewässer werden anhand von eigenen Untersuchungen und Literaturauswertungen dargestellt. An Mittelgebirgsbächen des Hessischen Berglandes finden sich im Ufer- und Überschwemmungsbereich zwischen 0,3 und 26mß Totholz auf 100m Lauflänge, in alpinen Auen zwischen 2 und 49mß Totholz/ha. Selbst in naturnahen Bächen Mitteleuropas sind die Mengen an Totholz somit wesentlich geringer als in vom Menschen unbeeinflußten Gewässern Nordamerikas. Totholz induziert zahlreiche besonder Lauf- und Uferstrukturen in Fließgewässern wie stehende und langsam fließende Bereiche, Laufverlagerungen sowie Kies- und Sandbänke. Während diese morphologischen Auswirkungen indirekt auf die Besiedlung der Gewässer mit Pflanzen und Tieren wirken, gibt es u.a. eine Reihe von Wirbellosenarten (vor allem Trichoptera und Diptera), die Totholz direkt als Mikrohabitat und Nahrungsquelle nutzen. Gezieltes Einbringen von Totholz in Gewässer kann deshalb künftig eine effektive und kostengünstige Ergänzung und Alternative zu herkömmlichen Renaturierungsverfahren darstellen. Generell sollten, auch in naturnahen Gewässern, die natürlichen Totholzquellen gefördert werden, z.B. durch die Aufgabe der forstlichen Nutzung im direkten Gewässerumfeld.