Titel
Gedanken zur Entstehung des Lindenwaldes in der Colbitz-Letzlinger Heide
Paralleltitel
Thoughts on the Origin of the Linden Forest of the Colbitz-Letzlinger Heath
Verfasser
Erscheinungsjahr
1998
Illustrationen
9 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200100744
Quelle
Abstract
Mittels statistischen Vergleichs der Merkmale Baumhöhe und Durchmesser von je 80 Eichen des Linden- bzw. Hutewaldes wird versucht, die Theorie zu widerlegen, daß der Lindenwald ein Relikt der ehemals vorherrschenden potentiell natürlichen Waldgesellschaft sein soll. Die Untersuchungen belegen, daß sich der Mittelwert des Merkmals Baumhöhe signigikant und der Mittelwert des Merkmals Durchmesser nicht signifikant unterscheiden. Ihre Jugendentwicklung können die Eichen gemeinsam als Masteichen in den Hutewäldern des 16. Und 17. Jahrhunderts genommen haben. Durch eine intensive Waldweide kam es zum Verbiß der bodendeckenden Vegetation - es entstanden die Eichen-Räumden. Sie wurden im 18. Jahrhundert auf Befehl des preußischen Königs je nach Güte des Bodens aufgeforstet. Im Bereich des Lindenwaldes wurde zur Kultivierung des Bodens die Winterlinde verwendet. Die starkkronigen und abständigen Eichen blieben stehen und gerieten unter Konkurrenzdruck durch die emporstrebende Linde. Dadurch waren sie zu einem verstärkten Höhenwachstum gezwungen, der statistisch nachgewiesen werden konnte. Somit ist der Lindenwand kein Relikt der ehemals vorherrschenden potentiell natürlichen Waldgesellschaft. Vielmehr fußt seine Entwicklung auf anthropogene Beeinflussung, wie z.B. der Waldweide, und den erlassenen Holz-, Mast- und Jagdordnungen der Brandenburger Kurfürsten und preußischen Könige. Daher sollte die Stellung der Winterlinde als Bestandteil der potentiell natürlichen Waldgesellschaft in diesem Bereich der Bolbitz-Letzlinger Heide überprüft werden.