Titel
Untersuchungen zur Biologie und zur Bekämpfung des Zweifleckigen Eichenprachtkäfers (Agrilus biguttatus Fabr.)
Paralleltitel
About Biology and Controlling of Agrilus biguttatus
Verfasser
Erscheinungsjahr
2003
Illustrationen
20 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4354
Datensatznummer
200099315
Quelle
Abstract
Ein wesentliches sekundäres Glied in der Kette der Komplexkrankheit "Eichensterben" ist der Zweifleckige Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus). Die Larven dieses Wärme liebenden Insektes fressen im Bast der heimischen Eichenarten. Übliche Bekämpfungsmethode gegen den Käfer ist der Sanitärhieb. Befallene Bäume werden dazu vor dem Ausflug des Käfers von der Fläche entfernt. Im Bestand verbleibende, mit Prachtkäfer besetzte Kronen können bei der Befallsausbreitung eine wesentliche Rolle spielen. Die Prüfung von zwei Pyrethroiden gegen A. biguttatus erfolgte, um im Rahmen des integrierten Waldschutzes die Handlungsalternative "Vorausflugbehandlung" unter Freilandbedingungen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Die Prachtkäfer flogen von Ende Mai bis Anfang Juli aus den Prüfabschnitten aus. Das Schälen der Abschnitte ergab, dass 98 % der Imagines in den mit Insektiziden behandelten Abschnitten bereits in der Puppenwiege oder beim Ausbohren verendet waren. Die Mittel diffundieren offensichtlich in die Borke. Nach dem Käferschlupf noch im Bast vorhandene Larven schienen keine Beeinträchtigung durch die Mittel erfahren zu haben. Der Eichenprachtkäfer lässt sich durch eine Vorausflugbehandlung mit Pyrethroiden effektiv bekämpfen. Vor einer praktischen Anwendung des Verfahrens im Forstbetrieb müssen Notwendigkeit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit geprüft werden. Eine chemische Behandlung von Kronenmaterial in der Fläche kann die Umwelt negativ beeinflussen. Pflanzenschutzmaßnahmen sind immer Einzelfallentscheidungen, über die vor Ort unter Berücksichtigung und Prüfung aller relevanten Kriterien und unter Nutzung aller verfügbaren Informationen individuell entscheiden werden muss.