Titel
Die Präsentation von Pflanzengesellschaften im Botanischen Garten der Johann Wolfgang Goethe-Universität
Verfasser
Erscheinungsjahr
1996
Illustrationen
65 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
11935
Datensatznummer
200098061
Quelle
Abstract
Aufgabe der vorliegenden Arbeit war es, die Pflanzengesellschaften des Vegetationskundlichen Teiles des Botanischen Gartens zu Frankfurt am Main mit Hilfe der pflanzensoziologischen Methode zu erfassen und anschliessend unter Verwendung von umfassender Literatur zu vergleichen und zu bewerten. Die Ergebnisse zeigen, dass die Qualitaet der verschiedenen Gesellschaften stark variiert. Am besten ausgebildet sind die verschiedenen Typen des Arrhenatheretum elatioris. Die Glatthaferwiesen sind die einzigen Gesellschaften, bei denen Standortfaktoren und Artenzusammensetzung eine vollstaendige synsystematische Einordnung erlauben. Akzeptable Gesellschaften, die aber bezueglich ihres Arten spektrums, verbunden mit einigen Abweichungen der Stetigkeit und Deckung, nicht zur vollsten Befriedigung uebereinstimmen, sind das Hordelymo-Fagetum, das Carici-Fagetum und das Sambucetum ebuli. Durch wenig Aufwand veraenderbar sind das Carpinion, das Lunario-Acerenion und das Geranion sanguinei. Sie sind nur bis zur Verbandsebene gekennzeichnet, und schon ein Nachpflanzen der entsprechenden Assoziationkennarten wuerde eine vollstaendige Abgrenzung ermoeglichen. Bei einer weiteren Gruppe von Gemeinschaften des Gartens sind verschiedene Vegetationseinheiten miteinander verzahnt, was eine klare Identifizierung unmoeglich macht. Hierzu gehoeren saemtliche Gemeinschaften des Teichrandes. Gebiete, in denen zusaetzlich noch die natuerlichen Standortfaktoren stark abweichen sind der Nordwestdeutsche Eichen-Birkenwald und die Atlantische Zwergstrauchheide. Vor allem die naehrstoffreichen Boeden haben bewirkt, dass sich viele gesellschaftsfremde Arten in diesen Gebieten befinden. Bei der Heide ist zwar die Assoziation Genisto pilosae- Callunetum vorhanden, aber ihre Arten bilden nur ein Viertel der in den Aufnahmen gefundenen Taxa. Die Gebiete des "Sonnigen Kalkhanges", der Binnenduenen und des Kiefernwaldes waren nach pflanzensoziologischen Gesichtspunkten ueberhaupt nicht zu klassifizieren, da in diesen Arealen die Pflanzen vielen verschiedenen Syntaxa entstammen. Eine speziell entwickelte Methode ermoeglichte jedoch, zumindest auf dem "Sonnigen Kalkhang" Gesellschaften der Festuco-Brometea, Origanetelia und des Berberidions zu benennen. Die kuenstlichen Faktoren innerhalb des Botanischen Gartens erschweren es, Pflanzengesellschaften in der Form zu zeigen, wie sie natuerlicherweise vorkommen. Doch nicht alle Faktoren, die auf die Vegetation einwirken sind statisch. Deshalb zeigt die vorliegende Arbeit auf, wie man detailliert den Zustand der verschiedenen Syntaxa verbessern kann. Vor allem scheint es wichtig zu ueberdenken, wie die unterschiedlichen Ansprueche an den Botanischen Garten verbunden werden koennen. Aus gaertnerischer Sicht ist das Gelaende als besonders gelungen anzusehen. Der Garten hat eine Vielzahl schoener Anlagen und Pflanzen vorzuweisen und bietet Gelegenheiten zur Erholung und Entspannung. Die im Rahemen dieser Arbeit aufgezeigten Fehler in der Artenzusammensetzung einiger Pflanzengesellschaften wurden teilweise bereits beseitigt, teils sind die entsprechenden Arbeiten fuer die kommenden Jahre geplant. Eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der wissenschaftlichen und der technischen Leitung wird zu einer weiteren Erhoehung des wissenschaftlichen Wertes des Gartens und der Bedeutung fuer Lehre und Oeffentlichkeitsarbeit fuehren.