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  • Titel
    Genutzte Mittelwälder - Zentren der Artenvielfalt für Tagfalter und Widderchen im Südelsass : Nutzungsdynamik und Sukzession als Grundlage für ökologische Kontinuität
  • Paralleltitel
    Cultivated Coppiced Forests - Centre of Biodiversity for Butterflies in the Southern Alsace
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2003
  • Illustrationen
    9 Abb., 44 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    14217
  • Datensatznummer
    200097357
  • Quelle
  • Abstract
    Die Mittelwälder des Naturraums Hardt (Frankreich, Dep. Haut-Rhin) sind ein Zentrum der Artenvielfalt für Tagfalter und Widderchen im südlichen Oberrheingraben. Von 97 insgesamt aus dem Naturraum bekannten Tagfalterarten konnten noch rund 82 % aktuell nachgewiesen werden, die bis auf eine Art alle in den Mittelwäldern vorkommen. Die tradtionelle Mittelwald-Bewirtschaftung findet noch auf rund 3 000 ha Fläche mit einer Umtriebszeit von 30 bis 40 Jahren statt. Durch das Sukzessions-disturbance-Regime der Mittelwaldnutzung entsteht eine zeitliche Abfolge von Waldentwicklungsphasen, die für unterschiedliche Artengruppen günstige Lebensbedingungen bieten. Von 45 Tagfalter- und sechs Widderchen-Arten liegen Funde präimaginaler Stadien vor. Die Nutzungsphasen der Mittelwälder sind dabei als Entwicklungshabitate von großer Bedeutung. Die Mittelwaldwirtschaft hat für das Vorkommen von xerothermophilen Arten in den Wäldern eine große Bedeutung. Diese Arten charakterisieren die Tagfalter- und Widderchenfauna der untersuchten Labkraut-Eichen-Hainbuchen- und Weißfingerkraut-Traubeneichen-Wälder. Auf der Basis der vorliegenden Ergebnisse werden Mindeststandards zur Nutzung und zum Biotopmanagement trockener Wälder aufgeführt, die zu Schutz und Entwicklung einer naturschutzfachlich wertgebenden Tagfalter- und Widderchenfauna beitragen. Auf der Grundlage der Nutzungsdynamik kann ökologische Kontinuität der Entwicklungshabitate erreicht werden. Vorranggebiete für forstliche Naturschutzkonzepte sind neben Wäldern mit einer noch bestehenden oder erst in den letzten Jahrzehnten aufgegebenen Mittelwald-Nutzungstradition auch Trockenwälder mit angrenzenden oder in Waldbestände integrierten Trocken- und Magerrasen.