Titel
Ozon - im Rahmen globaler Umweltprobleme
Verfasser
Erscheinungsjahr
1992
Illustrationen
1 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
11791
Datensatznummer
200096296
Quelle
Abstract
Bevoelkerungszuwachs und steigender Verbrauch fossiler Energietraeger sind die Ursache fuer die bedrohlich wachsenden Umweltprobleme. Der hohe Energieverbrauch bedingt hohen CO2-Ausstoss. Auch die Vernichtung der Waelder in den Tropen fuehrt zum Anstieg des CO2-Gehaltes. Die Zunahme des CO2-Gehaltes verstaerkt den Glashauseffekt. Daran haben aber auch Wasserdampf, Methan, Lachgas, troposphaerisches Ozon, Halogenkohlenwasserstoffe direkten und Kohlenmonoxyd indirekten Anteil. Untersuchungen am Wostock-Eisbohrkern weisen ueber die Einschluesse an Methan und CO2 nach, dass zur Zeit von diesen Gasen die hoechsten Gehalte im Vergleich zu den letzten 160.000 Jahren in der Luft vorhanden sind. In Verbindung mit der Speicherkapazitaet der Weltmeere fuer Waerme und diversen anderen Rueckkoppelungseffekten wird ein Temperaturanstieg bis zu je 1Grad Celsius in den naechsten Dezenien erwartet, falls nicht rasch Gegenmassnahmen einsetzen. Ein solcher Temperaturanstieg fuehrt zu Verschiebungen der Klimazonen, verbunden mit einem Anstieg der Intensitaeten und der Unregelmaessigkeiten bei den meteorologischen Ereignissen. Unter den hohen Temperaturen werden die Inlandgletscher und das Eis der Randlagen der Polkappen abschmelzen, und der Meeresspiegel wird ansteigen. Ein solcher Klimawandel vollzieht sich aber in einer bereits vorgestressten Umwelt, insbesondere auch durch den Ozonanstieg in der Troposphaere, die Ozonzerstoerung in der Stratosphaere und den Anstieg der UVB-Strahlung. Eine Gegensteuerung erwartet man ueber die jaehrliche Bindung von etwa 3 Gigatonnen Kohlenstoff in der Holzbiomasse, die man statt zu verbrennen einer dauerhaften Verwendung zufuehren muesste. Diesbezuegliche Ueberlegungen werden mit enormen Aufforstungsprojekten im Bereich der Subtropen, u.a. zur Zeit bereits in Brasilien, angestellt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die suedliche Hemisphaere nur etwa 1/3 der Oxidantienbelastung gegenueber der noerdlichen hat, und Ozon in den niederen Breiten staerker abgebaut wird. Energieeinsparungen bis zu 25% sind ueber vernuenftige Handhabung des Energieverbrauches ohne Verlust an Lebensqualitaet erzielbar. Man wird an fiskalischen Massnahmen fuer reparierbare Belastungen und rechtichen Normen mit Sanktionen bei unreparierbaren Folgen nicht vorbeikommen. Es ist auch erforderlich, in Umweltbelangen die Beweislast umzukehren, der vermutete Verursacher muss seine Unschuld nachweisen. Mit der Verlagerung der Militaerbudgets fuer den Aufwand zum Umweltschutz waeren die bedrohlichen Umweltprobleme zu loesen. Gleichzeitig muesste aber auch eine Aenderung des Lebensstils der Menschen erreicht werden. Ueber eine Neubewertung der Lebensgrundlagen unter Beachtung der Rechte der zukuenftigen Generationen muessten national und international gueltige Rechtsnormen kodifiziert und exekutiert werden.