Titel
Wirkungen des Waldes auf oberflächennahe Rutschprozesse
Paralleltitel
Effects of forest on landslides = Influence de la forêt sur les glissements de terrain superficiels
Verfasser
Erscheinungsjahr
2002
Illustrationen
41 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
629
Datensatznummer
200095662
Quelle
Abstract
Im Verlaufe eines Starkniederschlages ereigneten sich am 15. August 1997 in Sachseln, Kanton Oberwalden, auf einer Fläche von ungefähr 20 km¬ gegen 500 oberflächennahe Rutschungen. Anhand dieses Unwetterereignisses wurden im Rahmen eins Forschungsprojektes an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL die Ursachen der Rutschausläsung und damit auch die Auswirkungen unterschiedlicher Wald- und Landnutzungsformen auf die Rutschaktivität untersucht. Zu diesem Zweck wurden 280 oberflächennahe Rutschungen nach einem einheitlichen Vorgehen im Feld analysiert. Sowohl geologisch-geotechnische Parameter als auch boden- und vegetationskundliche Aspekte wurden einbezogen. Der Aufsatz behandelt schwerpunktmässig die Wirkung des Waldes auf oberflächennahe Rutschprozesse. Die Auswertungen zeigen, dass bei bezüglich Hangneigung und Höhenlage vergleichbaren Standorten im Wald insgesamt geringere Volumina in Bewegung geraten sind. Zudem konnte ein deutlicher Einfluss des Waldzustandes auf die Rutschaktivität festgestellt werden. In Wäldern mit wenig Lücken, standortsgemässen Baumarten und einer vielfältigen Struktur enstanden kaum Rutschungen. Deutlich mehr Rutschungen pro Flächeneinheit ereigneten sich in Wäldern, die sich in schlechterem Zustand befanden, also beispielsweise viele Lücken aufwiesen. Sehr viele Rutschungen entstanden schliesslich in Wäldern, die durch Sturm oder Borkenkäfer stark geschädigt waren. Waldbauliche Massnahmen sollen deshalb Bestände mit nachhaltig möglichst stabilem Bestandesaufbau, standortsgemässer Baumartenverteilung sowie ausreichenden Verjüngungsansätzen fördern.