Titel
Waldbaulich-betriebswirtschaftliche Beurteilung des alternativen Kunst- und Naturverjuengungsbetriebes in einem fichtenreichen Gebirgsrevier
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1980
Illustrationen
15 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
627
Datensatznummer
200095398
Quelle
Abstract
In einem fichtenreichen Bergwaldrevier der Koralpe werden zwei Verjuengungsverfahren (Kahlhieb mit anschliessender kuenstlicher Verjuengung und Schirmsaumschlag mit differenzierten Lichtungseingriffen bei gleichzeitiger Naturverjuengung) waldbaulich, ertragskundlich und betriebswirtschaftlich verglichen. Ausgehend von stammzahlreichen, kaum gepflegten, einschichtigen, 80jaehrigen Bestaenden wird die Entwicklung des Altholzes bis zur Schlaegerung und die Verjuengungsentwicklung bis zur Dickung untersucht. Fuer den Naturverjuengungsbetrieb ergibt sich ein groesserer Deckungsbeitrag (Erloes aus Endnutzung abzueglich der Holzernte- und Waldbaukosten) von 18,6% je ha bzw. von 7,7% je Erntefestmeter und der Arbeitszeitaufwand ist um 15,3% geringer. Das deutlich guenstigere Ergebnis bei der Naturverjuengungsvariante beruht auf bedeutend weniger Verjuengungs- und Jungwuchspflegekosten und auf der Anhebung des mittleren Erntedurchmessers von 24cm bei Kahlhieb im 100jaehrigen Bestand auf 29,5cm bei Raeumung ueber der Naturverjuengung. Letzteres wirkt sich durch das Stueck-Masse-Gesetz sehr guenstig auf die Holzerntekosten aus. Die Endnutzung erhoeht sich um fast 70 Efm/ha, da der Zuwachsverlust infolge der Lichtungen durch Lichtungszuwachs und ein hoeheres Baumalter mehr als ausgeglichen werden kann. Der beachtliche Mehrzuwachs legt sich hauptsaechlich an den unteren, werttragenden 3 bis 4 Blochen an. Mangels Holzverkauf nach differenzierten Staerke- und Gueteklassen konnte dieser Wert kaum aktiviert werden. Die Lichtungseingriffe erhoehen durch die Verminderung des Schlankheitsgrades der Staemme die Bestandesstabilitaet (insbesondere gegen Schneebruch). Neben diesen bereits relativ kurzfristig wirksamen Vorteilen des Naturverjuengungsbetriebes zum untersuchten Kahlschlagbetrieb sprechen noch eine Reihe langfristiger Ueberlegungen fuer die natuerliche Verjuengung: Begruendung stabiler Mischbestaende mit hoeherem Gesamtzuwachs durch bessere Ausnuetzung des standoertlichen Wuchspotentials; umfangreichere Auslesemoeglichkeiten, Verminderung des Betriebsrisikos, Erhaltung der standoertlichen Leistungsfaehigkeit, Schaffung natuerlicher Wildtierhabitate. Bei Kahlschlagbetrieb und kuenstlicher Verjuengung koennen sich Vorteile in Bereichen ergeben: Raeumliche und zeitliche Steuerung der Verjuengung, Rueckeschaeden, Holzbringung, Dickungspflege, Betriebsorganisation, Personalqualifikation.