Titel
Wandel der Heckenlandschaft, Heckenstrukturen und Heckengehölzvegetation im Brionnais : Auswirkungen mechanischer Heckenpflegemaßnahmen im Süden Burgunds
Paralleltitel
Changes of headgerows and Their Species Combination in Brionnais - Effects of Mechanical Maintenance Measures on Hedgerows in Southern Burgundy
Verfasser
Erscheinungsjahr
2002
Illustrationen
36 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
14217
Datensatznummer
200093937
Quelle
Abstract
Der agrarstrukturelle Wandel der letzten Jahrzehnte hat zu umfangreichen Veränderungen der Heckenlandschaft geführt. Ein Beispiel hierfür ist das Brionnais, eine typische Heckenlandschaft (Bocage) im Süden Burgunds. Die Heckendichte hat seit dem Jahr 1960 um etwa 18 % abgenommen. Eine Mechanisierung der Heckenpflege seit den späten 1960er-Jahren des 20. Jahrhunderts führte zu einer Verkürzung der Pflegeintervalle und damit einhergehend zu einer Umwandlung der verbliebenen Hecken von hohen Gehölzreihen in niedrige, in Kastenprofilform geschnitte Hecken. Dieser Umwandlungsvorgang ist größtenteils abgeschlossen: Nur wenige Hochhecken sind in der Landschaft noch vorhanden. Die früher in den Hecken dominierenden Gehölze (Hainbuche, Esche, Feldahorn, Weißdorn und Schlehe) finden sich aufgrund ihrer hohen Schnittverträglichkeit zunächst auch in den Niederhecken. Aufgrund der gleichbleibend hohen Beleuchtungsverhältnisse werden sie jedoch in zunehmendem Maße von niederwüchsigen und ausbreitungsfreudigen Gehölzen wie Brombeere, Liguster, Hartriegel und Rosen begleitet. Die Konkurrenzfähigkeit der Gehölze nach der Umwandlung der Hecken in intensiv geschnittene Niederhecken ist neben der allgemeinen Schnittverträglichkeit der Arten abhängig vom Alter der Gehölze, dem Standort und der Sorgfalt, mit welcher der Pflegeschnitt ausgeführt wird. Die Arbeit diskutiert die Auswirkungen mechanischer Heckenpflegemaßnahmen. Im Brionnais ist die Landschaft durch die Umwandlung der tradtionell bewirtschafteten Hecken in intensiv getrimmte Niederhecken und durch die Beseitigung vieler Bäume strukturärmer geworden. Trotz des Schematismus der einzelnen Niederhecke bleibt jedoch der Eindruck eines lebendigen Landschaftsbildes erhalten, da das historisch gewachsene Heckennetz mit seinen unregelmäßigen Formen nach wie vor die Landschaft prägt. Auch in Deutschland werden mechanische Heckenpflanzenmaßnahmen in Zukunft verstärkt Verbreitung finden. Wir sollten nach Wegen suchen, um diese naturschutzfachlich zu optimieren und Neupflanzungen in die Landschaften mit ihren "Eigenarten" einzupassen.