Titel
Literaturstudie zur Immissionsabschaetzung bei Nuklearunfaellen
Verfasser
Erscheinungsjahr
1993
Illustrationen
37 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
9725
Datensatznummer
200089857
Quelle
Abstract
Eine Literaturstudie ueber Stroemungs- und Ausbreitungsmodelle, die zur Echt- Zeit-Anwendung im Krisenfall geeignet sind, wurde als Diskussionsgrundlage fuer weitere Entwicklungen durchgefuehrt. Die Bestandsaufnahme geht von den internationalen Entwicklungen im Modellsektor waehrend der letzten Jahre aus. Da es in Oesterreich selbst keine Kernkraftwerke gibt, konnten in der vorliegenden Untersuchung alle Modelle, die im lokalen Bereich um ein Kernkraftwerk im Umkreis bis etwa 30km angewendet werden, ausgeschlossen werden. Zur Simulation des grossraeumigen Transports von radioaktiven Wolken ueber mehrere hundert Kilometer stehen die analysierten und prognostizierten Stroemungsfelder aus dem Europaeischen Zentrum fuer Mittelfristige Wettervorhersage zur Verfuegung. Diese bilden die Basis fuer das derzeit eingerichtete Trajektorienpaket. Einige Untersuchungen zur Genauigkeit von Trajektorien wurden angefuehrt; sie zeigen, dass es im Einzelfall zu zum Teil betraechtlichen Abweichungen von den Beobachtungen kommen kann. Zur Erfassung kleinraeumigerer Aenderungen muessen zusaetzliche Berechnungen durchgefuehrt werden. Grundsaetzlich gibt es zwar Modelle, mit denen die Stroemungsverhaeltnisse z.B. im alpinen Bereich simuliert werden koennen, die laufende und flaechendeckende Simulation mittels prognostischer Modelle, wie sie fuer den Krisenfall erforderlich ist, erweist sich jedoch derzeit noch als zu aufwendig. Der geplante Einsatz von Limited Area Modellen fuer die Wetterprognose kann als wichtiger Schritt in diese Richtung gewertet werden. Darueber hinaus kann damit auch eine Verbesserung der Guete der grossraeumigen Trajektorien erwartet werden. Fuer diagnostische Aussagen ueber die kleinraeumigeren Aenderungen der Stroemungsverhaeltnisse ueber Oesterreich sollen massenkonsistente Windfeldmodelle zugezogen werden. Verschiedene diagnostische Windfeldmodelle wurden gesichtet und eine Bewertung durchgefuehrt. Ein diagnostisches Windfeldmodell wird jedoch nur dann gute Ergebnisse liefern, wenn der eingegebene Wind repraesentativ fuer das jeweilige Gebiet ist. Dem Ausbau des teilautomatischen Wettererfassungssystems TAWES, mit dem die meteorologischen Verhaeltnisse in Bodennaehe und in hoeheren Schichten kontinuierlich gemessen werden sollen, kommt dabei ein wesentliches Gewicht zu. Zusaetzlich waere die flaechendeckende, quantitative Erfassung der Niederschlagsverhaeltnisse mittels RADAR von grossem Nutzen. Bei den Diffusionsmodellen wird eine Entwicklung Richtung Lagrange'scher Diffusionsmodelle vorgeschlagen. Einerseits ist dies eine logische Weiterentwicklung des bestehenden Trajektorienpakets, andererseits ist im Krisenfall ein Lagrange'sches Diffusionsmodell wegen seiner einfacheren Durchschaubarkeit zu bevorzugen. Eine Sichtung von Lagrange'schen Diffusionsmodellen wurde vorgenommen. Die Bewertung der Modelle konnte primaer aufbauend auf den ..