Titel
Waldökosysteme und Waldbau auf Kippen und Halden im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier
Paralleltitel
Forest ecosystems and silviculture on dumps and tips in the Central German lignite mining district
Verfasser
Erscheinungsjahr
2000
Illustrationen
25 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
14671
Datensatznummer
200089241
Quelle
Abstract
Die forstliche Rekultivierung von Bergbaufolgeflächen des Mitteldeutschen Braunkohlenreviers ist von geologischen, bergbaulichen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Einflußfaktoren abhängig. Im Laufe ihrer Entwicklung, die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurückreicht, durchlief sie unterschiedliche - anfangs ökonomisch, später ökologisch orientierte - Epochen. Leitbilder des modernen Waldbaus auf Kippen und Halden sind, wie in unverritzten Landschaften, strukturell naturnahe und multipel nutzbare Waldökosysteme. Die sachgerechte Begründung und Bewirtschaftung von Wäldern und Forsten in Bergbaufolgelandschaften erfordert Kenntnisse über die Beschaffenheit der Kippengeotope und die auf ihnen ablaufenden Naturprozesse. Die Kippenböden unterschieden sich - je nach geologischer Herkunft des Substrats - in Trophie und Wasserhaushalt erheblich. Sie werden durch staubförmige Immissionen modifiziet. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren lassen sich die Kippengeotope systematisieren. Zwischen der Tropie und Wasserversorgung der Kippengeotope einerseits sowie der Produktivität, Dynamik und Rückwirkung der auf ihnen stockenden Waldbestände andererseits bestehen enge Beziehungen. Erheblichen Einfluß besitzen die Staubdepositionen. Die perspektivische Ausrichtung der Waldbauwissenschat und -praxis postmontaner Landschaften ist nur vage abschätzbar. Sie wird von der Entwicklung grundsätzlicher und bergbauspezifischer waldbaulicher Anliegen bestimmt. Wiedernutzbarmachungsdefizite sowie ökonomische und ökologische Gründe sprechen dafür, die Naturprozesse in größerem Umfang beim Waldbau auf Kippen zu nutzen. Prinzipien der biologischen Automation sind bei Waldbegründung, -bewirtschaftung und -umbau als Alternative oder Ergänzung zu artifiziellen Maßnahmen erfolgversprechend.