Titel
Die Augen der Säugetiere : Anpassungen an unterschiedliche Lebensräume und Lebensweisen
Verfasser
Erscheinungsjahr
1996
Illustrationen
18 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
8871
Datensatznummer
200084610
Quelle
Abstract
Der Uebersichtsartikel beschreibt einige spezies-spezifische Unterschiede im Bau der Saeugetieraugen und interpretiert sie als Anpassungen an verschiedene Lebensweisen. Die Augenstellung bestimmt die Gesichtsfeldgroesse und den Bereich der binocularen Tiefenwahrnehmung. Die Dichteverteilung der Nervenzellen ueber die Netzhaut bestimmt das visuelle Aufloesungsvermoegen beim fixierenden Beobachten und bei der Wahrnehmung des Horizontes. Augenstellung und Zellverteilung unterscheiden sich bei Beutetieren einerseits und Raubsaeugern andererseits. Auf der Photorezeptorebene korreliert das Mischungsverhaeltnis zwischen Zapfen und Staebchen mit den Lichtverhaeltnissen, unter denen eine Spezies aktiv ist. Als weitere Anpassung an das Leben bei wechselnden Lichtverhaeltnissen besitzen einige Arten ein reflektierende Tapetum lucidum, dessen genaue Funktion allerdings ungeklaert ist. Fast alle Saeuger sind Dichromaten, sie besitzen zwei Zapfentypen mit unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit (Blau-Zapfen und L-Zapfen) und sollten daher Farben wahrnehmen koennen. Fuer mehrere Spezies wurde dies auch durch Verhaltensexperimente bestaetigt. Der Grundbauplan des Saeugerauges zeigt insgesamt eine beachtliche adaptive Flexibilitaet.