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  • Titel
    Untersuchungen zu Einflussfaktoren auf die Besatzentwicklung bei Feldhasen in verschiedenen Gebieten Sachsen-Anhalts
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1996
  • Illustrationen
    3 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    8871
  • Datensatznummer
    200084601
  • Quelle
  • Abstract
    In vier Untersuchungsgebieten der "Altkreise" Aschersleben, Hettstedt, Wanzleben und Stassfurt werden seit 1993 Untersuchungen durchgefuehrt, um ausgehend von Ursachen fuer den Ruckgang der Feldhasen Moeglichkeiten zur Stabilisierung und Hebung der Besaetze zu erarbeiten. Die Fruehjahrsbesaetze in Aschersleben und Stassfurt zeigen seit 1993 eine positive Entwicklung. 1995 wurden 17,2 bzw. 16,1 Hasen/100ha ermittelt. In Hettstedt betrug im Jahre 1995 der Fruehjahrsbesatz 11,2 Hasen/100ha, in Wanzleben waren es nur 9,3 Hasen/100ha. Die Ermittlung der Herbstbesaetze bereitete vor allem aus Gruenden der Landbewirtschaftung einige Probleme. Verlaessliche Aussagen zu Trends der Besatzentwicklung sind ohnehin erst nach laengeren Zeitraeumen als dem bisher beruecksichtigten (Fruehjahr 1993 bis Fruehjahr 1995) moeglich. Untersuchungen zur Altersstruktur ergaben 1993/94 einen Junghasenanteil von 46,4%, 1994/95 waren es nur 18,8%. Neben den jaehrlichen Unterschieden waren auch deutliche Differenzen zwischen den Untersuchungsgebieten feststellbar. In beiden Jahren war der ueberwiegende Anteil der Junghasen juenger als 6 Monate. An Hand der Streckenstatistiken und der Beobachtungen waehrend der Scheinwerferzaehlungen konnte ein zunehmender Beutegreiferdruck auf die Feldhasen, insbesondere durch den Fuchs, festgestellt werden. Allein im Kreis Wanzleben erhoehte sich die Fuchsstrecke von 1991 zu 1994 auf 275%! Die Landwirtschaft uebt in vielfaeltiger Weise Einfluss auf die Entwicklung der Hasenbesaetze aus. Der Anbau verschiedener landwirtschaftlicher Kulturen hat Auswirkungen auf das Vorkommen und die Verteilung der Feldhasen in ihrem Lebensraum. Mit den Untersuchungen in mehreren repraesentativen Gebieten konnte nachgewiesen werden, dass die Feldhasenbesaetze in der Magdeburger Boerde gegenwaertig ein niedriges Niveau aufweisen. Um eine Stabilisierung, vor allem aber eine Erhoehung der Besaetze zu erreichen, ist es dringend erforderlich, umgehend Massnahmen zur Beutegreiferreduzierung (insbesondere des Fuchses) und zur Lebensraumgestaltung einzuleiten. Mit der Methode des Jungfuchsfanges am Wurfbau (Goretzki et al., i. Druck) steht ein effektives Verfahren zur Verfuegung. In Kombination mit der konsequenten Bejagung erwachsener Fuechse ist eine Reduzierung der gegenwaertig sehr hohen Besaetze moeglich. Entscheidende Fortschritte bei der Biotopgestaltung sind nur in Zusammenarbeit mit den Landwirtschaftsbetrieben zu erreichen. Die bisher durchgefuehrten Untersuchungen weisen darauf hin, dass der moeglichst gleichmaessigen Verteilung aesungsbietender Kulturen eine hohe Bedeutung zukommt. Die Strukturvielfalt ist durch landwirtschaftliche Massnahmen, wie - die Unterteilung von Gelaendeschlaegen - die Vermeidung von Fruchtartenkonzentrationen - die Gestaltung und Pflege von Stillegungsflaechen - den verminderten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln - die Erhaltung von Feld- und Wegrainen, und durch die Anlage von Feldgehoelzen, wie - die Verbindung und Vernetzung gehoelzbestimmter Landschaftselemente - die Schaffung von Feldholzinseln - die Bepflanzung von Gewaesserufern, wenig befahrenen Feldwegen und Rainen, kontinuierlich zu erhoehen. Damit koennen die Bedingungen nicht nur fuer den Feldhasen, sondern fuer die gesamte Fauna und Flora verbessert werden.