Titel
Systematik der bodenbildenden Substrate
Verfasser
Erscheinungsjahr
1999
Illustrationen
21 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
13700
Datensatznummer
200082111
Quelle
Abstract
Innerhalb der Pedosphäre sind die Gesteine an der Oberfläche und in der vertikalen Abfolge in der Regel nicht einheitlich. Zusammensetzung und Stoffbestand sowie chemische und physikalische Eigenschaften der Böden werden maßgeblich durch das Ausgangsmaterial bestimmt. Eine umfassende Kennzeichnung der Böden ist aber nur durch die Angabe pedogener und lithogener Merkmale möglich. Mit Hilfe der Substratansprache wird die aus dem geologischen Ausgangsmaterial entstandene feste Substanz, aus der der Boden besteht, nach bodenkundlich relevanten Merkmalen gekennzeichnet. Substrate charakterisieren somit die bodenbildenden Ausgangsgesteine sowie deren Verwitterungs-, Umlagerungs- und Verlagerungszustand. Analog zur Bodensystematik ist auch die Substratsystematik hierarchsisch aufgebaut, um zusammenfassend oder stärker differenzierend nach festen Regeln eine einheitliche und vergleichbare Ansprache der Substrate zu ermöglichen. Mit der Substratart werden Substratzusammensetzung und Substratgenese einzelner Schichten/Horizonte ohne Berücksichtigung der vertikalen Substratabfolge angesprochen. Die Substratart ist hierarchisch gegliedert in die Substratarten-Hauptgruppe, Substratarten-Gruppe und in die am stärksten differenzierende Substratarten-Untergruppe. Die Substratzusammensetzung beinhaltet mehrere Bodenmerkmale, am wichtigsten ist dabei die Bodenart. Die Grobbodenarten werden im Niveau der Substratarten-Hauptgruppe undifferenziert als Skelett in 4 Anteilsklassen, jedoch im Niveau der Substratarten-Gruppe in 5 und der Substratarten-Untergruppe in 6 Anteilsklassen sowie nach Form und Größe als Schutt, Grus, Geröll und Kies ausgeschieden. Die Feinbodenarten werden im Niveau der Substratarten-Hauptgruppe und der Substratarten-Gruppe durch 4 Bodenartenhauptgruppen, im Niveau der Substratarten-Untergruppe durch 11 Bodenartengruppen angegeben. Die äolischen Bindungen Löß, Sandlöß, Lößsand und Flugsand erhalten auf der Ebene der Substratarten-Gruppe und Substratarten-Untergruppe eine Sonderstellung. Als weiterer Parameter der Substratzusammensetzung wird der Carbonatgehalt auf dem Substratarten-Hauptgruppen- und Substratarten-Gruppenniveau nach 3 sowie auf dem Substratarten-Untergruppenniveau durch 5 CaCO3-Anteilsklassen angesprochen. Bei Substraten der Kippen und Halden des Kohlebergbaus wird zur Kennzeichnung der Substratzusammensetzung auf der Ebene der Substratarten-Gruppe sowie auf dem Substratarten-Untergruppenniveau außerdem der Kohleanteil herangezogen. Schließlich ist lithogener Kohlenstoffgehalt (lithogener Humusgehalt, lithogene organische Substanz) bei natürlichen und technogenen Substratarten auf der Ebene der Substratarten-Gruppe und der Substratarten-Untergruppe bei Gehalten von > 1 Masse-% Corg Bestandteil der Substratzusammensetzung. Die Bezeichnung des substratbildenden Locker- oder Festgesteins (geologische Herkunft des Substrats) bzw. des anstehenden Festgesteins, falls letzteres im Ansprachebereich auftritt und bei der Bodenaufnahme bis 12 bzw. 20 dm unter Flur erfaßt wird, erfolgt nach geologischen Nomenklaturen. Neben den Merkmalen der Substratzusammensetzung geht in die Kennzeichnung der Substratart die Substratgenese ein, wobei grundsätzlich in natürlich entstanden und anthropogen abgelagert unterschieden und in den hierarchischen Ebenen differenziert wird. Die Bildung der Substratart erfolgt nach dem Baukastenprinzip durch Aneinanderreihung der Symbole bzw. der Kennsilben beim sprachlichen Ausdruck.