Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Wie kann Vielfalt im Wald gemessen werden? - Waldstrukturelle Parameter zur Quantifizierung von Diversität : Wissenstransfer in Praxis und Gesellschaft : FVA-Forschungstage
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2002
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    13999
  • Datensatznummer
    200080846
  • Quelle
  • Abstract
    Die Anforderungen an die Waldwirtschaft hinsichtlich Biodiversität sind durch internationale Vereinbarungen (Agenda 21, Biodiversitätskonvention, Natura 2000) gestiegen. In diesen Vereinbarungen bleibt aber die Frage offen, an welchen Zielgrößen sich eine Waldbewirtschaftung orientieren kann, um zur Erhaltung oder Erweiterung der Biodiversität beizutragen. Solche Zielgrößen zur Quantifizierung von Diversität sind notwendig, um einerseits eine räumlich, zeitlich und wirtschaftlich sinnvolle Integration von Diversitätszielen in waldbaulichen Handeln zu ermöglichen und andererseits um messbare Parameter für eine Erfolgskontrolle abzuleiten. Eine Quantifizierung allein über die Bestandesdichte und das Vorkommen von Indikatorarten ist nicht zielführend, da hierbei die alleinige Zielgröße der Erfolgskontrolle das Vorkommen der Art selbst ist und das Monitoring von Indikatorarten auf größerer Fläche erheblichen Auswand benötigt. Für die forstliche Praxis sind quantifizierbare Zielgrößen notwendig, die in die naturnahe Waldwirtschaft integriert und durch die Forsteinrichtung erhoben werden können. Zur Quantifizierung von Diversität wurden durch ein mehrdimensionales Habitatmodell für die Indikatorart Auerhuhn Parameter entwickelt, die im Rahmen von Waldinventuren erhoben werden können und an denen sich ein Waldbaupraktiker orientieren kann. Dieses Modell berücksichtigt standörtliche, waldgeschichtliche und vegetationsbezogene Bedingungen, indem auf Landschaftsebene ein Bezugsraum abgegrenzt wird, für den auf lokaler Ebene Diversitätskriterien bestimmt werden. Der Auerhuhnlebensraum eignet sich zur Definition von diversitätsrelevanten Parametern, weil die auerhuhnspezifischen Waldstrukturen eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten repräsentieren. Somit kann das Habitatmodell auch zur Quantifizierung von Diversität dienen. Da das Auerhuhn-Modell nur in den potenziellen Auerhuhnlebensräumen der Hochlagen von Mittelgebirgen oder den borealen Nadelwaldzonen anzuwenden ist, müssten für andere Regionen ähnliche Modelle entwickelt werden, die sich an den Lebensraumansprüchen von Indikatorarten und nicht allein an deren Vorkommen orientieren. Der methodische Ansatz ist grundsätzlich auf andere Tierarten und Regionen übertragbar. Wesentlich an dem Modell ist auch die Tatsache, dass eine dem Standort gemäße biologische Vielfalt zugrunde liegt und nicht eine maximal mögliche. Durch die Formulierung von Minimum- und Maximumwerten für waldstrukturelle Parameter ergibt sich, dass bestimmte Waldstrukturen nur auf Teilflächen eines größeren Gebietes erfüllt sein müssen. Dies ist einerseits Ausdruck der Walddynamik bzw. der sich ständig ändernden Waldstrukturen. Andererseits ermöglicht diese flächenbezogene Zielsetzung dem Waldbesitzer einen großen Handlungsspielraum, in dem ökonomische und ökologische Zielsetzungen vereinbar sind.