Titel
Das Fünfblänkenmoor am Engenkopf, ein bemerkenswertes ombrosoligenes Moor in einem Karstgebiet des südlichen Allgäus
Paralleltitel
The Fünfblänenmoor at the Engenkopf, a remarkable ombrosoligenous bog in the karst area of the southern Allgäu (Bavarian Alps)
Verfasser
Erscheinungsjahr
1998
Illustrationen
7 Abb., 57 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
5816
Datensatznummer
200080835
Geschichte
Früherer Titel: Beiträge zur naturkundlichen Forschung in Südwestdeutschland
Quelle
Abstract
Von einem kleinen, jedoch ziemlich mächtigen, in den Kalkalpen bei etwa 1200 m ü.NN gelegenen Hangmoor wird die Pflanzendecke beschrieben. Seine Entwicklungsgeschichte wurde pollen-, makrofossil- und rhizopodenanalytisch untersucht. Begonnen hat die Moorbildung in der Frühen Wärmezeit, und zwar durch Versumpfung im Bereich einer Hangmulde wenig unterhalb eines niedrigen Sattels. An den tiefsten Stellen ist es bis heute zu einer Torfablagerung von gut 8 m gekommen. Das Moorwachstum hat im Mittel 0,5-0,7 mm/Jahr betragen. Eindeutig ombrotrophe Torfe kommen nach Ausweis der Makrofossilbefunde nur hier und da in den obersten Dezimetern des Moores vor; deutliche oligotrophe Einflüsse sind jedoch in den 7-8 m mächtigen Profilen schon ab etwa 4 m unter Flur vorhanden; sie sind gekennzeichnet durch oft reichliches Auftreten von Sphagnum magellanicum und einigen anderen "Hochmoorpflanzen" neben minerotraphenten Vertretern. Im oberen Profilteil eines Bult-Schlenken-Gebietes zeigen Großrestuntersuchungen, daß der Bult- und der Schlenkencharakter sich durch Jahrhunderte weitgehend unverändert erhalten hat; die Beimischung minerotraphenter Arten ist jedoch einem gewissen zeitlichen Wandel unterworfen gewesen. Aus Rhizopodenanalysen ließen sich keine zusätzlichen Erkenntnisse über die Entwicklung von Bulten und Schlenken entnehmen. Hinsichtlich der häufigen in den Torfen angetroffenen Thekamöben-Arten entsprechen die Befunde weitgehend denen aus anderen Untersuchungen mittel- und nordeuropäischer Moorprofile. Die Entstehung der Kolke muß nach den Makrofossilbefunden schon viele Jahrhunderte zurückliegen. Sie dürften ursprünglich als Einsturztrichter über ʼ plötzlich wirksam gewordenen Karst-Schlucklöchern entstanden und dann, nach Verstopfung der unterirdischen Abflußbahnen, zu Kolken geworden sein.