Titel
Lückenmuster albanischer und mitteleuropäischer Buchenwälder unterschiedlicher Nutzungsintensität
Paralleltitel
Gap Patterns of Albanian and Central European Beech Forests
Verfasser
Erscheinungsjahr
1999
Illustrationen
50 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
2754
Datensatznummer
200080710
Quelle
Abstract
Als Teil einer albanisch-deutschen Forschungskooperation werden in der vorliegenden Untersuchung die Lückenmuster albanischer Buchen-Urwälder und mitteleuropäischer Naturwaldreservate bzw. Wirtschaftswälder verglichen. Die 8 ausgewählten Untersuchungsbestände stellen gut vergleichbare, meso-eutrophe und weitgehend reine Buchenwälder (Fagus sylvatica L.) dar, in denen Altbäume dominieren. Auf Versuchsflächen von 3,6 bis 13,5 ha Größe wurden die Stammpositionen erfaßt sowie waldwachstumskundliche Grundaufnahmen, Kronenablotungen und terrestrische Lückenvermessungen durchgeführt. Der Vergleich zwischen den Ergebnissen der direkten Lückenvermessung und der Lückenschätzung aus Kronenkarten zeigt eine ausreichende Übereinstimmung. Die albanischen Buchen-Urwälder weisen vergleichsweise hohe Derbholzvorräte und Stammzahlen auf. Der Anteil an Starktotholz über 20 cm Durchmesser liegt zwischen 3,9% und 9,6%. Kronendachlücken nehmen nur 3,3% - 6,6% der Fläche ein. Die mittlere Lückengröße liegt zwischen 60 m¬ und 74 m¬. Die Lückengrößenverteilung des Naturwaldreservates Limker Strang und des Plenterwaldes Bleicherode ähneln bei einem Mittelwert von ca. 100 m¬ weitgehend der der Buchen-Urwälder. Größere Abweichungen hiervon zeigen die beiden zielstärkengenutzten Bestände und das Naturwaldreservat Heilige Hallen. In diesen Flächen sind sowohl die Mittelwerte als auch die Maxima der Lückengrößen höher. Die mittlere Lückenform, definiert als das Verhältnis zwischen der längeren und der rechtwinklig dazu gelegenen, kürzesten Lückenachse, schwankt in den Untersuchungsflächen nur wenig zwischen 1,7 und 2,2. Aus den Untersuchungsergebnisse kann abgeleitet werden, daß in allen Flächen überwiegend Einzelbaumlücken entstanden sind bzw. geschaffen wurden. Eine nachfolgende Lückenaufweitung findet in den unbewirtschafteten Flächen selten statt. Die Zerfallsdynamik im Naturwaldreservat Heilige Hallen zeigt große Abweichungen von der der Buchen-Urwälder und läßt sich daher primär auf eine ehemals homogene waldbauliche Ausgangssituation zurückführen. Die Untersuchungsergebnisse zeigen die Naturnähe einzelstamm- bis gruppenweiser Nutzungen in Buchenwäldern.