Titel
Borkenkäfer im Nationalpark Harz : Forstschutzprobleme in Nationalparken und Naturschutzgebieten
Paralleltitel
Bark beetles in the Harz National Park
Verfasser
Erscheinungsjahr
1999
Illustrationen
3 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4639
Datensatznummer
200080357
Quelle
Abstract
Nach kurzer Vorstellung der biogeographischen und klimatischen Rahmenbedingungen des Harzes werden die wichtigsten Borkenkäfer-Schadereignisse seit 1474 beschrieben und die Gegenmaßnahmen bewertet. Besonderen Raum nimmt dabei die Große Wurmtrocknis Ende des 18.Jh. ein, der 30 000 ha Fichtenwald zum Opfer fielen. In neuerer Zeit (1990-1997) wurde eine lokale Buchdrucker-Massenvermehrung auf dem relativ kleinen Areal (69 ha) des Quitschenbergs im späteren NIP Harz ohne Gegenmaßnahmen gelassen und die Entwicklung des Lebendholzvorrates seit Mai 1992 mittels CIR-Bildern dokumentiert. Die Anzahl lebender Altfichten nahm von 1992 bis 1997 um 77,5% ab. Ein Übergreifen auf benachbarte Fichtenbestände konnte verhindert werden, solange Auffang-Gürtel mit Fallen und Sanitärhieben intensiv betrieben wurden. Brutbildanalysen von 1993 und 1997 lassen vermuten, daß Mutterganglängen, Dichte von Puppenwiegen und die Vitalität von überwinterten Jungkäfern keinen zuverlässigen Wert für die Prognose von Befall im darauffolgenden Jahr haben. CIR-Befliegungen des Nationalparks Harz und einer etwa gleichgroßen angrenzenden Fläche außerhalb davon im Sommer 1997 dokumentieren sehr deutlich die fast ausschließliche Konzentration des Befalls auf die Harzhochlagen innerhalb des Parks - wobei allerdings die komplette und stete Nutzung von Käferbäumen in den Wirtschaftswäldern außerhalb der Grenzen des Parks zu berücksichtigen ist. Die jüngste Befallsentwicklung auf dem Bruchberg mit mehreren Hundert Hektar großen, zusammenhängenden Totholzflächen und einer waldschutzfreien Kernzone von etwa 750 ha zeigt, daß die Fichtenalthölzer in der Nachbarschaft so großer, käferbefallener Kernzonen trotz intensiver Gegenmaßnahmen (Sanitärhiebe, Fallen) nicht zu halten sind.