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  • Titel
    Bodenciliaten als Indikatoren tiefgreifender Veränderungen in Waldökosystemen : 7. Statuskolloquium
  • Paralleltitel
    Soil Ciliates as indicators of fundamental changes in forest ecosystems
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1991
  • Illustrationen
    15 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    12612
  • Datensatznummer
    200079769
  • Quelle
  • Abstract
    Es wurden die Ciliatengesellschaften verschiedener süddeutscher Böden analysiert. In Freilandunterschungen führten kombinierte Kalk- und Mineraldüngergaben zu einer starken Zunahme der aktiven Ciliaten. Die meisten Arten bevorzugten in Anreicherungskulturen leicht saures bis neutrales Milieu. Artenreich waren dabei Substrate aus Fichtenbeständen in den Kalkalpen, Laubwäldern und Streuobstwiesen. Stark saure Fichtenforste des Schwarzwaldes, Oberschwabens und der Schwäbischen Alp waren artenarm; Kalkung sowie Kalkung in Verbindung mit Kalkammonsalpeterdüngung führte zu einer Erhöhung der Artenzahlen, wahrscheinlich über Aktivierung eines latenten Artenprotentials. Die Sukzessionen der Artenzahlen in Laborkulturen von Substrat aus den Untersuchungsgebieten Schluchsee (S) und Villingen (V) verliefen alle nach demselben Grundmuster. In V wurden auf den gedüngten Arealen am 6. Tag höhere Artenzahlen festgestellt als auf dem Vergleichsareal. In S wurden keine Unterschiede festgestellt. Ciliaten sind in ihrer trophischen Struktureine sehr heterogene Tiergruppe. Mycetophage Arten aus der Familie Großglockneridae besiedelten vorwiegend saure Fichtenforste. Die bakteriovoren Colpoda-Arten sind wahrscheinlich weitgehend euryök, C. inflata ist allerdings säuretoleranter als andere. C. fastigata trat in gedüngten Substraten (eines Fichtenforstes und einer Streuobstwiese) stärker hervor. Säureeinträge führten in Anreicherungskulturen zu einem starken Artenrückgang und zu einer Veränderung der Dominanzstruktur, wobei die Individuenzahlen bakteriovorer Arten zurückgingen, die mycetophager Spezies jedoch zunahmen.