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  • Titel
    Witterung, Fortpflanzungsgeschehen und Bestandesdichte beim Reh (Capreolus capreolus L.)
  • Paralleltitel
    Weather situation, aspects of reproduction and populations density in roe deer (Capreolus capreolus L.)
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1999
  • Illustrationen
    16 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    8032
  • Datensatznummer
    200079704
  • Quelle
  • Abstract
    Von 1971 bis 1995 wurden in der Schweiz (ohne Graubünden) 3972 Rehkitze individuell markiert. Anhand dieser Langfristdaten wurde der Einfluß der Witterung des Setzjahres sowie zweier vorangehender Jahre auf Geschlechterverhältnis und Bestandesdichte der Rehe untersucht. Zudem wurden die Setztermine und Setzplätze von Rehkitzen beider Geschlechter verglichen. Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Einfluß der Witterungsbedingungen auf das Geschlechterverhältnis: Bei niedrigen Temperaturen zur Aufzuchtszeit (Mai/Juni des Setzjahres), nach harten Wintern (während Trächigkeit), in welchen vermutlich nur starke Rehgeißen überlebt hatten, sowie nach guten Vorbrunftbedingungen (hohen Temperaturen und wenig Niederschlag) wurden mehr weibliche Kitze markiert. Diese Ergebnisse lassen sich gut mit den Hypothesen vereinbaren, daß einerseits starke Rehgeißen mehr weibliche Kitze aufnehmen, anderseits männliche Kitze geringere Überlebenschancen haben. Die mittelfristige Witterung wirkte sich auch auf die Bestandesdichte (jährliche Schätzwerte) aus: Nach guten Bedingungen zur Aufzuchtszeit des Vorjahres ebenso wie nach vergleichsweise hohen Temperaturen in drei vorangehenden Wintern waren die Bestandesschätzwerte signifikant höher als nach schlechten Aufzuchtsbedingungen und harten Wintern. Der mittlere Setztermin (Median) lag am 27. Mai; männliche Kitze wurden im Mittel zwei Tage früher gesetzt (26. Mai) als weibliche Kitze (28. Mai). Sie wurden zudem öfter in Heugraswiesen gefunden als die Geißkitze, was als Folge des früheren Setzzeitpunktes in Zusammenhang mit der frühen Mahd der Wiesen und einer Limitierung der Wiesensetzplätze interpretiert wird.