Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Aktueller Stand der Pappelforschung : Auf den Forschungsergebnissen der 60er und 70er Jahre sollte jetzt aufgebaut werden
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2002
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    4355
  • Datensatznummer
    200079157
  • Quelle
  • Abstract
    Als Ergebnis der weit gespannten und umfassenden Bearbeitung der Pappel in den 60er und 70er Jahren, liegen zahlreiche Kenntnisse und Erfahrungen vor, die für die weitere zukünftige Bearbeitung genutzt werden können. Vieles müsste lediglich wieder aufgenommen und fortgesetzt werden. Sicherlich sind viele Fragen noch nicht abschließend geklärt, doch wäre es schon ein Schritt vorwärts, wenn das bereits Bekannte zur Kenntnis genommen und konsequent umgesetzt würde. Dass es sich hierbei um keine Eintagsfliege handelt, wird klar, wenn wir die Rohstoffsituation betrachten: Es zeichnet sich ab, dass das viele Jahre zur Hauptversorgung der Papierindustrie herangezogene Sortiment Fichtenindustrieholz aus Erst- und Zweitdurchforstungen zunehmend knapper wird. Eine Reihe von Gründen ist dafür maßgebend. Einerseits sind die Pflegeeingriffe in den umfangreichen Fichtenanpflanzungen der Nachkriegsjahre flächendeckend vollzogen, und Fichtenreinbestände werden zumindest im öffentlichen Wald nicht mehr begründet. Weiterhin hat die Sägewerkstechnik eine Entwicklung, hin zur Verwendung von schwach dimensioniertem Stammholz, mit sehr hohen Durchlaufgeschwindigkeiten und angeschlossener Weiterverarbeitung der Halbwaren zu hochwertigen Produkten (Leimholz, Leimbinder usw.) vollzogen. Hier treten Großsägewerke zunehmend in Konkurrenz mit den klassischen Industrieholzabnehmern wie etwa der Papierindustrie. Ebenso ist absehbar, dass die Versorgung mit kostengünstigen Industrieholzsortimenten aus dem osteuropäischen Reformstaaten bis hin zur ehemaligen Sowejtunion nur auf Zeit möglich sein kann. Eine Weiterführung und Förderung der vormals getätigten Arbeiten und Forschungen auf dem Sektor schnellwachsender Baumarten würde also nicht nur die Nutzung bereits vorhandener Investitionen darstellen, sondern es handelt sich hier auch langfristig um einen echten Beitrag zur Sicherung der Nachhaltigkeit unserer Wälder. Trotz dieses Szenarios sind die Forderungen nach Einführung gentechnisch veränderter Pappelklone nicht nachvollziehbar. So lange die, wie vorhergehend dargelegt, tatsächlich vorhandenen Potenziale konventioneller Forstpflanzenzüchtung noch nicht annähernd ausgeschöpft sind und die bereits bekannten Ergebnisse nicht konsequent umgesetzt werden, erscheint es recht fraglich, ob die Notwendigkeit hergeleitet werden kann, die mit der Gentechnik zweifellos verbundenen Risiken in Kauf zu nehmen.