Titel
Harvesterleistung und Hiebsbedingungen
Verfasser
Erscheinungsjahr
2002
Illustrationen
5 Abb., 13 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
13504
Datensatznummer
200077860
Quelle
Abstract
Den vorgestellten Ergebnissen zur Quantifizierung des Zeitbedarfs von Harvestern liegen rund 450 Tagesleistungen von 12 Langkranharvestern und Zeitstudienergebnisse zum Harvestereinsatz in flachem bis mäßig geneigtem Gelände (bis ca. 30%) zugrunde. Das Produktivitätsniveau ist mittlerweile durch weitere Tagesleistungen und im schwächeren Holz durch Daten des KWF bestätigt. Es ist zu berücksichtigen, dass mit zunehmendem Baumvolumen stärkere Maschinen eingesetzt werden. Ein Unterschied zwischen Rad- und Raupenharvester ist bislang nicht belegt. Bezugszeit ist die produktive Maschinenarbeitsstunde, die Unterbrechung bis 15 min einschließt ("MAS" oder synonym "pmh15"). Die langfristige Harvesterproduktivität ist meist erheblich niedriger, als in wenige Tage dauernden Zeitstudien beobachtet wird. Mehr als 20 Efm/MAS werden bislang bei selektiven Eingriffen selten erreicht. Das Produktivitätsoptimum liegt zur Zeit im Nadelholz bei einem mittleren Baumvolumen von etwa 1 Fm. Die Baumdimension alleine liefert nur einen groben Anhalt für Schätzungen der Harvesterleistung. Es wird jedoch klar, dass sich die Kosten mit abnehmender Baumdimension vervielfachen können. Im Schwachholz spielt "jeder Zentimeter" Unterschied in der Dimension eine erhebliche Rolle. Unter anderem sollte es aus diesem Grunde und zugunsten einer naturnäheren Waldstruktur unbedingt vermieden werden, schwache Zwischen- und Unterständer zu entnehmen (was leider häufig zu beobachten ist). Weitere Einflussgrößen sind vor allem die mittlere Fahrstrecke und die mittlere Sorten-Stückzahl pro Baum. Große Bedeutung hat zudem der X-Holz-Anteil, der i.d.R. in schwachen Beständen am höchsten ist und nicht zuletzt bei Laubholz sehr stark wechseln kann. Darüber senken lange grüne Kronen die Leistung. In stärkerem Laubholz ist der Zeitbedarf auch bei normaler bis guter Qualität gegenüber Nadelholz wesentlich höher. Zwiesel bereiten erhebliche Probleme. Laubholz von mindestens normaler Qualität erhöht bis zu einem mittleren Baumvolumen von 0,4 Efm den Zeitbedarf offenbar nicht. Wichtig ist, dass man zwischen mittlerem Baumvolumen und Einzelbaumvolumen unterscheidet und sich neben regelmäßiger Kalibrierung des Vermessungssystems um eine standardisierte Zeiterfassung bemüht. Zur Schätzung der Hiebsdauer dürfen zusätzlich zu den Maschinenarbeitsstunden allgemeine Zeiten nicht vernachlässigt werden. Ohne Berücksichtigung von Werkstattaufenthalten und längeren Reparaturen wird für die Kalkulation der Hiebsdauer ein Zuschlag von mindestens 16 % an nicht produktiven, sog. "allgemeinen Zeiten" beobachtet. Vor allem im Starkholz, Laubholz und zu besonderen Geländebedingungen ist mehr Datenmaterial erwünscht. Dennoch ist es bereits möglich, im Produktivitätsniveau bestätigte Kalkulationsgrundlagen für den Harvestereinsatz vorzustellen.