Titel
Content analysis of articles on brown bears in the Slovenian press, 1991-1998
Paralleltitel
Inhaltsanalyse von Braunbärenartikeln in der Slowenischen Presse von 1991-1998
Verfasser
Erscheinungsjahr
2001
Illustrationen
18 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
1265
Datensatznummer
200076447
Quelle
Abstract
Durch die Zunahme von Schäden an Haustieren und vermehrte Mensch-Bär-Interaktionen ist in Slowenien die Bedeutung der menschlichen Komponente im Wildtiermanagement deutlich geworden. Eine Fragebogenaktion im Jahr 1998 ergab, dass 55% der lokalen Bevölkerung ihr Wissen über die Bären und das Bärenmanagement in Slowenien, wenigsten zum Teil, aus den Printmedien haben. Dies legte die Vermutung nahe, dass den Printmedien ein wichtiger Einfluss in der Meinungsbildung zum Thema Bär zukommt. Mit den Methoden der Inhaltsanalyse haben wir daher 196 Artikel aus dem Zeitraum 1991-1998 analysiert. 127 dieser Artikel stammen aus Tageszeitungen, 38 aus Wochenzeitungen und 31 aus der monatlich erscheinenden Jagdzeitung LOVEC. Unsere Erwartung war, dass auf Grund der zunehmenden Mensch-Bär-Konflikte in Slowenien auch der Anteil der negativen Artikel zugenommen hat, und dass die Konflikte stärker thematisiert werden. Entgegen unseren Erwartungen hat aber weder der Anteil der negativen Artikel zugenommen, noch wird stärker auf die Konflikte eingegangen. Statt dessen mussten wir feststellen, dass die Tageszeitungen schon immer stark konflikt- und ereignisorientiert waren. Im Gegensatz dazu zeichnet sich die monatliche Jagdzeitung LOVEC durch ein hohes Maß an sachlichen Informationen zum Thema Bär und Bärenmanagement aus. Negative Artikel in der Tageszeitung waren wesentlich auffälliger als positive oder neutrale, da sie eher auf den vorderen Seiten zu finden und mit einer grösseren Überschrift versehen sind. Negative Artikel beschäftigen sich meist mit Übergriffen auf Haustiere und behandelten darüber hinaus wenig andere Themen. Negativ belegte Synonyme für das Wort Bär wurden so gut wie nie benutzt. Überraschenderweise wurden jedoch positiv belegte Synonyme eher in negativen Artikeln verwendet, als in neutralen und positiven. Den Tageszeitungen waren nur sehr wenige Fakten über die Bären und das Bärenmanagement in Slowenien zu entnehmen. Daher konnten wir auch keinen engen Zusammenhang zwischen den Informationen in den Tageszeitungen und dem Wissensstand der lokalen Bevölkerung, wie er sich uns auf vorheriger Umfrage darstellte, erkennen. Allerdings korrespondierte der relativ hohe Wissenstand der Jägerschaft der sich aus unserer Umfrage ergab gut mit dem hohen Informationsgehalt von Bärenartikeln in der Jagdzeitung LOVEC. Erfahrungen aus Österreich und Kroatien zeigten auch, dass die Printmedien stark Ereignisorientiert sind und dass Medienanalysen nicht geeignet sind langfristige Trends aufzuzeigen. Der Wert einer Medienanalyse liegt eher darin, Änderungen in der öffentlichen Einstellung zu Grossraubtieren zu verstehen, bzw. Hypothesen für qualitative oder quantitative Meinungsumfragen zu entwickeln. Im Jahre 2000 wurde in Slowenien ein Waldarbeiter schwer von einem Bären verletzt. Der Bär wurde zum Politikum und erfuhr eine Medienpräsenz wie nie zuvor. Es wäre interessant zu dokumentieren, wie diese Medienpräsenz im Detail ausgesehen hat und ob und wie sie sich auf die Einstellung der Bevölkerung zum Bären ausgewirkt hat. Um die Bärendiskussion in der Presse zu objektivieren wäre eine aktive PR Strategie von Seiten der Bärenmanager wünschenswert.