Titel
Forstliches Engagement und forstliches Engagementpotenzial von Privatwaldbesitzern in Nordrhein-Westfalen - Analyse auf der Basis des Mixed-Rasch-Modells
Paralleltitel
Analysis of current and potential commitment of private forest owners in North Rhine-Westphalia based on the mixed Rasch model
Verfasser
Erscheinungsjahr
2002
Illustrationen
31 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
638
Datensatznummer
200076366
Quelle
Abstract
Jenseits der ökonomischen Betriebsanalyse von Privatwaldbetrieben ist die Untersuchung des Nutzungsverhaltens und der Motivation der Privatwaldbesitzer in Bezug auf ihren Wald entscheidend für eine zielgerichtete Forstpolitik. Ein zentrales methodisches Problem bei der Einstellungs- und Motivationsforschung ist es, dass einzelne bezogen auf den Forst zu beobachtende Verhaltensweisen nicht unbedingt etwas über das Engagement oder die Motivation des Privatwaldbesitzers aussagen, da die unmittelbare Situation bestimmte Verhaltensweisen erleichtern oder erschweren kann. Mit dem psychometrischen Konzept des Mixed-Rasch-Modells können die Komponenten "Situative Erschwernis" und "forstliches Engagement" analytisch getrennt geschätzt werden. Datengrundlage bildet eine Fragebogenerhebung an 3231 Privatwaldbesitzern in NRW mit einem Rücklauf von 29,4 %. Es konnten bezüglich des Nutzungsverhalten drei Typen von Privatwaldbesitzern ausgemacht werden, die sich ganz unterschiedlichen situativen Erleichterungen oder Erschwernissen ausgesetzt sehen ("Vermögensorientierte", "Freizeitorientierte", selektive Nutzer"). Vergleichbare Typen ließen sich auch bei den Nutzungsmotiven finden. Das forstliche Engagementpotenzial, d.h. der anteil von Privatwaldbesitzern, die sich stärker für ihren Wald engagieren würden, wenn es die Situation zuließe, ist besonders hoch bei der größten Gruppe der Vermögensorientierten. Ein Desengagementpotenzial findet man bei den Freizeitnutzern und selektiven Nutzern. Das forstliche Engagement und die Typen lassen sich mit objektiven Merkmalen ihrer Eigentümersituation z.B. Forstbetriebsgröße in Zusammenhang bringen. Aus den Ergebnissen lassen sich unterschiedliche forstpolitische Schlussfolgerungen ziehen.