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  • Titel
    Wildökologische Lebensraumbewertung in Brandenburg : Wie viel Wild verträgt der Wald?
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    2001
  • Illustrationen
    17 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    14611
  • Datensatznummer
    200076077
  • Quelle
  • Abstract
    Das Verfahren der wildökologischen Lebensraumbewertung in Brandenburg wurde in einem gemeinsamen Projekt durch Wissenschaftler der Landesfostanstalt Eberswalde und des Waldkunde-Institutes Eberswalde in mehreren Schritten erarbeitet. Unter Nutzung des Datenspeichers Wald konnten insgesamt 883.944 ha Waldfläche einbezogen werden, dazu kommen 122 254 ha waldnahes Offenland. Insgesamt fanden somit 1.006.198 ha für die wildökologische Lebensraumbewertung in Brandenburg Berücksichtigung. Es wurde ein Gesamt-Winteräsungsnutzvorrat von 50.585.143 kg Trockensubstanz ermittelt, der unter Beachtung verschiedener Faktoren auf einen verfügbaren Winteräsungsnutzvorrat reduziert worden ist. Darauf basierend konnten die lebensraumtragbaren Bestandeshöhen des wiederkäuenden Schalenwildes errechnet werden. Ausgehend vom durchschnittlichen Bedarf können sich vom verfügbaren Winteräsungsnutzvorrat maximal 36.150 Schalenwildeinheiten, das sind im Durchschnitt 3,59 Schalenwildeinheiten / 100 ha in Brandenburg ernähren. Die Ermittlung des verfügbaren Winteräsungsnutzvorrates und die Ableitung möglicher Populationsgrößen des wiederkäuenden Schalenwildes erfolgte für alle 18 Ämter für Forstwirtschaft des Landes Brandenburg. Im AfF Eberswalde wurde mit 2,57 Schalenwildeinheiten / 100 ha der niedrigste Wert, im AfF Müllrose mit 4,54 Schalenwildeinheiten / 100 ha der höchste Wert ermittelt. Über einen Vergleich der mit Hilfe der Lebensraumbewertung ermittelten Richtwerte und der aktuellen Bestandessituation des Schalenwildes in Brandenburg wurde an Hand der Strecken des Jagdjahres 1999/2000 die lebensraumtragbare Bestandeshöhe kalkuliert. Dabei ergab sich, dass die gegenwärtig vorhandenen Bestände des wiederkäuenden Schalenwildes um mindestens ein Viertel reduziert werden müssen. Die nach der Lebensraumbewertung ausgewiesenen Zahlen stellen maximale Richtwerte für das wiederkäuende Schalenwild dar, die aus verschiedenen Gründen - Waldumbau, Entwicklung von Rauhfußhuhnbiotopen, naturschutzfachlichen Maßnahmen usw. - unterschritten, auf Grund der zur Verfügung stehenden Nahrungskapazität jedoch nicht überschritten werden dürfen. Die wildökologische Lebensraumbewertung stellt ein geeignetes, wissenschaftlich begründetes Instrument für die Schalenwildbewirtschaftung dar. In Verbindung damit sollten als weitere wesentliche Bestandteile der Wildbewirtschaftung die Erfassung von Wildschäden (z.B. Verbissgutachten) und des Wildbestandes mit objektiven Methoden (z.B. Losungszählung) zur Anwendung kommen. Dazu sind entsprechende Untersuchungen in den Beispielsoberförstereien Schwenow und Beeskow des Amtes für Forstwirtschaft Hangelsberg eingeleitet worden. Mit der revierbezogenen Ausweisung von Winteräsungsnutzvorräten und Deckungsschutzstufen sind die Voraussetzungen gegeben, die wildökologische Lebensraumbewertung für die Gebiete mit unterschiedlicher Zuordnung, wie beispielsweise Hegegemeinschaften und Bewirtschaftungsbezirke (Verordnung über die Bewirtschaftungsbezirke für Schalenwild v. 10. Februar 1998) durchzuführen zu können. In Zukunft sollte das Verfahren in die Forstplanung integriert und im zuge der von der Forsteinrichtung vorgegebenen Zeitintervalle wiederholt werden.