Titel
Trockenresistenz und Immissionshärte der Weisstanne Frühtestuntersuchungen mit vier Provenienzen
Verfasser
Erscheinungsjahr
1991
Illustrationen
2 Abb., 3 Tab., 15 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
12839
Datensatznummer
200074617
Quelle
Abstract
Aufgrund von Frühtestuntersuchungen mit viertausend jungen Weisstannen von vier verschiedenen Herkunftsgebieten wird die Frage beantwortet, ob Ökotypen von trockenen Heimatgebieten über spezifische, genetisch fixierte Resistenzmechanismen gegenüber Trockenheit verfügen und ob zwischen der Trockenresistenz und der Immissionshärte ein positiver Zusammenhang besteht, wie oft postuliert wird. Die Ergebnisse der physiologischen Untersuchungen mit fünfjährigen Topfpflanzen und Pflanzenteilen widerlegen die bisherige Auffassung von der Existenz sogenannter "Trockentannen" mit spezifischen, erheblich fixierten Eigenschaften. In allen untersuchten physiologischen Grössen lassen sich keine oder nur sehr unbedeutende Unterschiede im Verhalten der untersuchten Herkünfte bei Trockenheit feststellen. Ebensowenig lässt sich ein Zusammenhang zwischen Trockenresistenz und Immssionshärte nachweisen. Die Variabilität der untersuchten Eigenschaften innherhalb jeder Herkunft ist deutlich grösser als die Variation zwischen den Herkünften. Mit der Wahl der Provenienz ist folglich weniger Einflussnahme möglich als mit Selektion innerhalb der Herkünfte. Der Anbau von Tannen aus trockenen Heimatgebieten nördlich der Alpen lässt keine erhöhte Widerstandskraft gegenüber Waldschäden erwarten. Die Resultate unterstützen die Hypothese, wonach die Weisstanne im mitteleuropäischen Areal genetisch differenziert ist, wenig zu Ökotypenbildung neigt und dadurch auch weniger Anpassungsfähigkeit gegenüber Umweltveränderungen aufweisen dürfte. Aus waldbaulicher Sicht ist zu folgern, dass mit Auslese auf der Basis der gesamten Populationsbreite (Naturverjüngung) und durch günstige Gestaltung der Umweltbedingungen die besten Resultate erzielt werden dürften.