Titel
Wald mit Wild - Spiegel einer Kulturstufe
Verfasser
Erscheinungsjahr
2002
Illustrationen
3 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
4223
Datensatznummer
200073830
Quelle
Abstract
Die Position einer Einheit von Wald- und Wildbewirtschaftung ergibt sich zwingend als Voraussetzung für eine ökologisch ausgerichtete Waldwirtschaft (Wald mit Wild). Die Problemvielfalt im Biotop Wald (Eigentum, Schutzziele, Betriebsziele, Grenzflächen, Jagdorganisation usw.) zwingt zur Suche nach zweckmäßiger, ökologisch und ökonomisch vertretbarer Waldstruktur und deren Eigenschaft als Lebensraum für Wildtiere (Dauerwaldidee). Eberwalder Forschungsergebnisse gewährleisten eine Planbarkeit der Waildstandsregelung in Abhängigkeit vom verfügbaren Winteräsungsvorrat. Danach ist in Brandenburgs Wäldern der Wildstand um etwa 25 % zu reduzieren. Trotzdem zwingt die biologische Vielfalt von Waldumbau und Wildverhalten dazu, den Gatterschutz beim Voranbau bis auf weiteres aufrecht zu erhalten. Die Ästhetik der Waldwirtschaft, Jagdverfahren und Jagd-Ethik sind traditionell gewachsene Formen einer Kulturstufe in der Mensch-Natur-Beziehung. Ihre Qualität und Wirksamkeit ist durch Gesetze ausreichend geschützt. Notwendige Maßnahmen im Jagdwesen zur Effektivierung der Waldbewirtschaftung stellen wachsende Anforderungen an die Motivation. Einsatzbereitschaft und an die ethische Grundhaltung des Jägers an der Basis. Dabei muss die Funktion von Hegegemeinschaften als Brücke zwischen den unterschiedlichen Interessenlagen wirken. Jagdliches Brauchtum ist kein überholtes Ritual, sondern Ausdruck eines Bekenntnisses zur zunftgemäßen Kultur in einer humanistischen Gesellschaft.