Titel
Wirkungs- und Konzeptevaluation von Umweltbildung am Beispiel des Nationalparks Hazr/Niedersachsen
Paralleltitel
Evaluation of impact and concepts of environmental education = Evaluation du concept d'éducation relative à l'environnement et de ses effets en prenan l'exemple du parc national Haz/Basse-Saxe
Verfasser
Erscheinungsjahr
2000
Illustrationen
7 Abb., 71 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
621
Datensatznummer
200072885
Quelle
Abstract
Umweltbildung ist eine wesentliche Teilaufgabe eines Nationalparks. So wird auch in von enormen Besucherdruck geprägten Nationalpark Harz/Nds. seit nunmehr sechs Jahren Umweltbildung praktiziert. Das hier vorgestellte Forschungsprojekt wurde unter wissenschaftlicher Leitung des Instituts für Forstpolitik und Naturschutz in Kooperation mit der sozialwissenschaftlichen Fakultät (Pädagogisches Seminar) der Georg-August-Universität Göttingen durchgeführt. Gegenstand der Untersuchung war der Versuch einer Wirkungs- und Konzeptevaluation außerschulischer Umweltbildung im Waldnationalpark Harz/Nds. Während die Wirkungsevaluation im Rahmen eines Quasi-Prätest-Posttest Forschungsdesigns erfolgte, entsprach die Konzeptevaluation einem klassischen Querschnittdesign (Abb. 1 und 3). Insgesamt wurden nahezu 1600 Schülerinnen und Schüler mittels standardisierter Fragebögen bezüglich ihrer Einstellungen zu verschiedenen Subskalen des Umweltbewusstseins befragt. Diese Befragung erfolgte zur Hälfte vor und zur Hälfte nach der Bildungsveranstaltung. Über einen Vergleich von Daten beider Erhebungszeitpunkte war eine Wirkungsmessung möglich. Im Rahmen der Wirkungsevaluation konnten Zusammenhänge u.a. mit der Geschlechterzugehörigkeit der Probanden nachgewiesen werden; so wurde deutlich, dass die Bildungsveranstaltungen auf Jungen und Mädchen durchaus unterschiedliche Wirkungen haben können (Abb. 2). Im Rahmen der Konzeptevaluation standen weniger die Wirkungen der Umweltbildung auf die Subskalen des Umweltbewusstseins als vielmehr die Eignung des Konzeptes zur Stimulation von Umwelt- und Naturschutzinteressen bei den Schülerinnen und Schülern im Vordergrund (Abb. 3). Die Ergebnisse der Untersuchungen legen nahe, dass v.a. methodisch-didaktische Aspekte der Bildungsveranstaltungen positive Zusammenhänge mit Interessen die meist von kürzerer Dauer sind (situationales Interesse) aufweisen (Abb. 4). Dieses direkt über die Bildungsveranstaltungen angeregte situationale Interesse steht wiederum in einem positiven Zusammenhang mit der Stimulation von Interessen, die i.d.R. von längerer Dauer sind (spezifische Interessen) (Abb. 5). Wie die Untersuchung weiterhin zeigt, unterliegen diese drei zentralen Variablen jedoch selbst dem einfluss weiterer Co-Variablen. So lässt sich auch in diesem Kontext der Einfluss verschiedener sozaildemographischer Variablen, wie des Geschlechts und v.a. des Alters beobachten (Abb. 6 und 7). Letztlich können sowohl beabsichtigte positive Wirkungen wie auch unbeabsichtigte Nebenwirkungen der Maßnahmen außerschulischer Umweltbildung in Nationalparken aufgedeckt werden. Weiterhin lassen sich Belege finden, die eine grundsätzliche eignung des Konzeptes zur Anregung von Umwelt- und Naturschutzinteressen bei Kindern und Jugendlichen bestätigen. Dennoch liefert die Studie auch Anhaltspunkte für eine in Teilen notwendigen Überprüfung des Konzeptes, gerade im Hinblick auf verschiedene Altersgruppen und das Geschlecht.