Titel
Returning and new mammal predators in Hungary: the status and distribution of the golden jackal (Canis aureus), raccoon dog (Nyctereutes procyonoides) and raccoon (Procyon lotor) in 1997-2000
Paralleltitel
Heimkehrer und Neubürger unter den Prädatoren in Ungarn: die aktuelle Lage und das Vorkommen des Goldschakals, des Marderhundes und des Waschbären zwischen 1997 und 2000
Verfasser
Erscheinungsjahr
2001
Illustrationen
23 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
8871
Datensatznummer
200072769
Quelle
Abstract
Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts haben sich in Ungarn zahlreiche, früher schon ausgestorbene Raubwildarten wieder spontan einquartiert. Neben den einheimischen Arten, wie dem Wolf, dem Luchs, oder dem Goldschakal, sind neue, früher unbekannte Arten aufgetaucht, wie der Waschbär oder der Marderhund. Die Neuansiedlungen bzw. das Vorkommen von neuen Arten ist immer problematisch in Naturschutzgebieten und in der Wildbewirtschaftung. Es ist nicht bekannt, welche Auswirkungen es in den Nahrungsprektren der Prädatoren geben wird. Die Interaktionen der Carnivorenarten können nur prophezeit werden. Wenn wir die zukünftige Rolle dieser Arten besser kennenlernen wollen, müssen wir ihre aktuelle Verbreitung und Einmischung kennen. Mit Hilfe von Fragebogenauswertungen aus den Jagdgesellschaften, von Komitatsstreckennachweisen der Landesdatenbank zur Wildbewirtschaftung, von Informationen aus Publikationen der früheren Jahre und eigenen Daten wird die aktuelle Lage der drei Raubtierarten Goldschakal, Marderhund und Waschbär mit je einer Verbreitungskarte für Ungarn dokumentiert. Nach unseren Ergebnissen hat sich der früher schon ausgestorbene und deswegen auch auf der Ungarischen Roten Liste geführte Goldschakal in den neunziger Jahren in Ungarn wieder angesiedelt. In Süden Ungarns bildet er in drei Komitaten drei wachsende Populationen, die aktiv reproduzieren und ihr Areal ausdehnen. Die Streckendaten der Jagdstatistiken nehmen kontinuierlich zu; ab 1997 sind insgesamt 71 erlegte Exemplare registriert worden. Die Fragebogeninformationen haben die Streckendaten und auch die persönlichen Beobachtungen bestätigt. Die Anwesenheit des Marderhundes wird in den verschiedenen Regionen des Landes immer häufiger zur Kenntnis genommen. Jedoch ist seine Präsenz nicht so bständig wie die des Goldschakals. Die Art wandert aus verschiedenen Richtungen nach Ungarn ein. Außerdem sind in früheren Jahren Exemplare aus Pelztierfarmen entkommen. Die Streckendaten und die Fragebogenauswertungen weisen darauf hin, dass diese Art sich permanent in Ost-Ungarn aufhält und weiter nach Westen vordringt. Der Waschbär scheint die seltenste der drei Arten zu sein. Trotz früherer Beobachtungen wurde das erste Exemplar in Ungarn erst 1998 erbeutet. Die Jagdstatistiken, die Fragebogenerhebungen und die unabhängigen Beobachtungen unterstützen die Kenntnisse über seine Anwesenheit. Nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland ist mit seiner schnellen weiteren Verbreitung zu rechnen.