Titel
Was bringen die teuren Grünbrücken wirklich?
Verfasser
Erscheinungsjahr
2000
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
10842
Datensatznummer
200072073
Quelle
Abstract
Der Ausbau des Verkehrsnetzes, insbesondere auch der Bau von Autobahnen, hat die Lebensräume von Wildtieren in den letzten Jahrzehnten immer mehr verkleinert und zerstückelt. Mit geeigneten Massnahmen bei der Linienführung und am Bau können diese negativen Auswirkungen jedoch minimiert werden. Eine Möglichkeit dafür sind Grünbrücken, d.h. begrünte Überdeckungen der Strassen. Bei diesen Bauwerken ist es sehr wichtig, dass sie nach den Bedürfnissen der späteren Benutzer, der verschiedenen Wildtierarten, geplant und angelegt werden. Der vorliegende Bericht untersucht den Erfolg einer solchen Grünbrücke. Untersucht wurde, welche Wildtierarten die Brücke nutzen und wie stark der Übergang frequentiert ist. Dazur wurden lokale und ortskundige Fachpersonen befragt und Spuren vor Ort aufgenommen. Anhand von fünf Kriterien (Wildarten, Positionierung und Anzahl Übergänge in der Umgebung, Dimensionierung und Gestaltung des einzelnen Überganges) wurden Befragung und Spurenaufnahme ausgewertet. Der Loterbuck wird von allen grösseren Wildtieren benutzt, die in der Gegend vorkommen. Vor allem die eindrücklichen Verbiss- und Fegespuren vom Reh zeigen, dass die Grünbrücke nicht nur als Übergangs sondern sogar als Lebensraum akzeptiert worden ist. Die starke Benutzung ist sicher ein deutlicher Erfolg. Die Grünbrücke Loterbruck leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Lebensraumvernetzung in der Region. Auch die Frage nach dem ökonomischen Kosten-Nutzen-Verhältnis des rund 3.3 Mio. Franken teuren Bauwerks scheint damit beantwortet werden zu können. Die A 4 bedeutet für den Verkehr eine grosse Zunahme der Bewegungsfreiheit, für die Wildtiere aber eine starke Einschränkung. Mit der Grünbrücke kann dieser negatie Einfluss zum Teil korrigiert werden. Das Wild dankt mit einer intensiven Benutzung des gebotenen Übergangs.