Titel
Naturraumstichprobeninventur Nationalpark Kalkalpen. Standorts- und bodenkundliche Auswertung. Inventurergebnisse 1994 & 1996
Verfasser
Erscheinungsjahr
1999
Illustrationen
4 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
14110
Datensatznummer
200071576
Quelle
Abstract
In der Arbeit werden die Aufnahmen der Pilotstudie 1994 und der Inventur 1996 gemeinsam betrachtet. Die geprüften Daten werden in Statistiken dargestellt. Auffällig ist die Dominanz seichtgründiger Rendzinen auf Wettersteinkalk (Sengsengebirge) und Hauptdolomit (Hintergebirge). Mächtige, zum Teil pseudovergleyte) Braunlehmdecken sind vorwiegend im Bereich der Feichtau (Sengsengebirge Nord) und Steyerling-Sitzenbach verbreitet. Ein Großteil der Böden ist seichtgründig und weist bei geringem Braunlehmeinfluß nur eine geringe Wasserspeicherkapazität auf. Hohe Niederschläge in den Nordstaulagen kompensieren aber offensichtlich den trockenen Bodenaspekt, weshalb der aus Lage, Boden und Vegetation abgeleitete Gesamtwasserhaushalt nur auf der Sengsengebirgssüdseite trocken ist, während in den anderen Gebieten mäßig frische bis frische Standorte dominieren. Die Humusumsetzung ist in der Regel günstig, wobei Mullhumustypen dominieren. Moderhumustypen kommen häufig auf seichtgründigen Rendzinen vor, in höheren Lagen ist auch Alpenmoder zu finden. Teilweise ist der akkumulierte Auflagehumus vom Untergrund entkoppelt und weist niedrige pH-Werte auf. Intensive Bodenerosion ist vor allem in steileren Lagen, besonder im Urlachtal zu finden. Initiale Bodenablösungen kommen in allen Gebieten vor. Weitaus häufiger tritt Humuserosion auf, wobei neben natürlichen Ursachen vor allem im Gebiet Steyerling Sitzenbach Nutzungen in jüngerer Zeit als Ursache aufscheinen. Die aus der Inventur 1994 abgeleiteten Standortstypen werden für eine vorläufige Klassifikation der 1996er Aufnahmen über Diskriminanzanalysen herangezogen. 16% der 1996er Aufnahmen sind nicht eindeutig zuordenbar. Eine Neugliederung von Standortstypen erscheint aber erst nach Abschluß der ersten Inventurperiode sinnvoll. Neben den Flächenstatistiken wird versucht, Zusammenhänge zwischen Standortsparametern, Vegetation und Baumwachstum herzuleiten. Korrelationen zwischen den Zeigerwerten der Bodenvegetation und Bodenprofilparametern sind aufgrund der großen Streuung der Bodenparameter innerhalb der Probeflächen nur lose (Mosaikstandorte). Ebenso korrelieren Boden-pH-Werte nur mäßig mit den Reaktionszahlen der Bodenvegetation. Die Ableitung der Oberhöhenbonität der Fichte aus Standortsparametern liefert plausible Zusammenhänge mit Seehöhe Gründigkeit und Wasserhaushaltsparametern. Die erklärbaren Varianzanteile steigen nach Einbeziehung der Zeigerwerte der Bodenvegetation von 36% auf 47%, was darauf hinweist, daß die Bodenvegetation einerseits über die Aufnahmefläche integriert, andererseits die Niederschlags-situation und lokale Phänomäne wie hohe Luftfeuchtigkeit in Gräben gut ausdrückt. Die Einbeziehung des Bestandesalters verbessert das Bestimmtheitsmaß auf 57%, was einerseits auf unterschiedliche Bewirtschaftungsintensität von "guten" und "schlechten" Standorten (mit höherem Alter auf den schlechten Bonitäten) hinweist, andererseits ein Ausdruck von Klimaänderungen sein kann. Für den Rest der Inventurperiode sollen die Aufnahmen in gleicher Intensität weitergeführt werden. Um bessere Korrelationen zwischen Bodeneigenschaften und Indikatoreigenschaften der Bodenpflanzen zu erhalten, werden, zusätzlich zur flächigen Vegetationsaufnahme, Aufnahmen innerhalb des Humusproberahmens durchgeführt. Aus dem Kollektiv der Auflagehumus- und Bodenproben sollen ausgewählte Profile im Rahmen eines eigenen Projektes chemisch und mineralogisch analysiert werden.