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  • Titel
    Wiedereinbürgerungsversuch mit Auerwild (Tetrao urogallus L.) im Hochsauerland
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1994
  • Illustrationen
    22 Lit. Ang.
  • Material
    Unselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    8032
  • Datensatznummer
    200071485
  • Quelle
  • Abstract
    Die Situation, dass das Auerwild früher flächendeckend im Sauerland in zum Teil guten Beständen vorkam, sowie die Situation, dass es hier auch heute noch zumindest punktuell vom Lebensraum her gesehen geeignete Bereiche gibt, in denen Auerwild leben kann, haben dazu geführt, dass seitens der ehemaligen Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung des Landes Nordrhein-Westfalen von 1980 bis 1992 ein Wiedereinbürgerungsversuch durchgeführt wurde. Er erfolgte im Bereich der Hunau, einem Mittelgebirgszug zwischen Fredeburg, Boedefeld und Altastenberg. Der Versuch war so konzipiert, dass in Volieren aufgezogenes Auerwild im Alter von ca. 16 Wochen nach vierwöchiger Eingewöhnungszeit in grossen Aussetzungsvolieren freigelassen wurde. Angestrebt wurde, eine Anzahl von etwa 50 Stück pro Jahr auf diese Weise auszuwildern, und zwar über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Dazu wurde bei der o.a. Forschungsstelle eine entsprechende Zuchtstation eingerichtet. In den ersten Jahren des Versuchs konnte jedoch die vorgesehene Anzahl von jährlich 50 Stück Auerwild nicht aufgezogen und ausgesetzt werden; dies gelang erst in den letzten 4 Jahren des Versuchszeitraums. Insgesamt wurden 393 Stück Auerwild von 1980 bis 1992 freigelassen, und zwar 226 Hähne und 167 Hennen. Ein hoher Anteil der ausgesetzten Tiere ging verloren, primär durch Prädatoreneinfluss; einige wenige Stücke waren als verunglückt zu registrieren. Kranke oder abgekommene Tiere wurden nicht beobachtet. Einige Hähne lebten 5 bis 7 Jahre, wie anhand der individuellen Beringung festgestellt werden konnte. 1986 wurde ein Gelege mit 7 Eiern am Fusse einer Fichte im Einbürgerungsgebiet gefunden. In den Folgejahren kam es wiederholt zu Beobachtungen von in freier Wildbahn aufgewachsenen Jungtieren. Im Frühjahr 1992 war aufgrund des Einbürgerungsversuchs im Sauerland wieder ein Bestand von 30 bis 40 Stück vorhanden, verteilt auf einen Raum von etwa 20.000ha. Mit der Begründung eines Bestandes von 30 bis 40 Stück muss der Versuch als erfolgreich bezeichnet werden. Allerdings reicht diese Bestandsgrösse nicht aus, um sich selbst zu erhalten. Es ist vielmehr ein weiteres Aussetzen von aufgezogenen Tieren erforderlich. Ab 1993 erfolgt dies über den im Wiedereinbürgerungsgebiet gegründeten "Verein zur Erhaltung des Auerwildes im Sauer-, Sieger- und Wittgensteinerland".